Organisiertes Verbrechen

Jahrelang tot geglaubter Drogenboss erschossen

Behörden hatten „El Chayo“ schon Ende 2010 für tot erklärt – Identität nun zweifelsfrei klar

In Mexiko ist ein bereits seit Jahren tot geglaubter Drogenboss erschossen worden. Der Anführer des „Tempelritter“-Kartells, Nazario Moreno González alias „El Chayo“, wurde bei einem Feuergefecht mit Soldaten im Staat Michoacán getötet, wie die Zeitung „La Jornada“ am Montag unter Berufung auf die Sicherheitsbehörden berichtete. Schon im Dezember 2010 hatte der damalige mexikanische Präsident Felipe Calderón den Tod des mächtigen Drogenbosses bekannt gegeben. Allerdings wurde González' Leiche nie gefunden. Nun wurde die Identität von „El Chayo“ mit Hilfe von Fingerabdrücken zweifelsfrei bestätigt, wie die Staatsanwalt erklärt.

González stand an der Spitze des Drogenkartells La Familia, aus dem die „Tempelritter“ hervorgingen. Das Kartell ist vor allem im zentralmexikanischen Michoacán aktiv und kontrolliert dort den Kokainhandel. Außerdem betreibt es zahlreiche Labors zur Herstellung synthetischer Drogen. In Michoacán lehnte sich jüngst die Bevölkerung gegen die Macht der Drogenbanden auf und gründete Bürgerwehren. Seitdem gehen die Streitkräfte verstärkt in dem Staat vor.

Mit González' Tod gelang der Regierung von Präsident Enrique Peña Nieto ein zweiter wichtiger Schlag gegen das organisierte Verbrechen innerhalb weniger Wochen. Seit 2006 starben im Drogenkrieg rund 60.000 Menschen.