Nahverkehr

Deutsche fahren seltener Rad

Umfrage: Bundesbürger geben aber mehr Geld für Zweiräder aus

Die Ausgaben der Deutschen fürs eigene Fahrrad steigen. Im Schnitt 658 Euro gaben die Bundesbürger 2013 für ein Fahrrad aus, wie aus dem Fahrradmonitor 2013 hervorgeht, einer repräsentativen Online-Befragung des Forschungsunternehmens Sinus im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums. Das sind 38 Euro mehr als im Jahr 2011. Aber das Zweirad wird weniger genutzt: 57 Prozent der Befragten gaben an, mindestens gelegentlich Fahrrad zu fahren. Vor zwei Jahren machten diese Aussage noch zwei Drittel der Bürger.

Vier Prozent der Befragten gaben an, sie wollten innerhalb eines Jahres „sicher“ ein neues Fahrrad kaufen, für 22 Prozent stellte dies auf jeden Fall eine Option dar. Welche Fahrradart nutzen die Deutschen? Cityräder (39 Prozent), Mountainbikes (26) und Trekkingräder (24) nehmen die ersten Plätze ein. Ein E-Bike besitzen bislang nur zwei Prozent, doch ist das Interesse an der motorunterstützten Fortbewegung hoch: Rund ein Viertel der Radfahrer bekundet, sich beim nächsten Kauf für ein E-Bike entscheiden zu wollen.

Knapp ein Drittel der Deutschen schwingt sich täglich oder zumindest mehrmals wöchentlich auf das Fahrrad, meist für Einkäufe, kurze Erledigungen und Ausflüge. Die Kostenersparnis, die Umweltverträglichkeit und das gesundheitliche Bewusstsein gelten als Hauptgründe. Rund 72 Prozent der Deutschen haben ein Fahrrad zu Hause stehen, durchschnittlich sind jedem Haushalt 2,4 Fahrräder zuzurechnen.

Sei es nun als Kampfradler, gemütlicher Spazierfahrer oder gesundheits- und umweltbewusster Nutzer, der den Weg zur Arbeit mit etwas Beinmuskeltraining verbinden will: Im Schnitt legt der deutsche Radfahrer 8,5 Kilometer pro Strecke zurück. Immer beliebter wird auch die Kombination von Fahrrad und öffentlichem Verkehrsmittel.

Deutsche Großstädte schneiden in internationalen Rankings als fahrradfreundlich ab. Berlin, München und Hannover belegen zum Beispiel im internationalen „Copenhagenize Index“ für Fahrradfreundlichkeit die Plätze 10, 13 und 20. Aus der Sinus-Studie geht trotzdem hervor, dass die Unzufriedenheit mit der Infrastruktur noch groß ist. Jeder Zweite wünscht sich bessere Radwege und Stellplätze. Zudem fühlen sich nur rund die Hälfte der Radfahrer sicher auf Deutschlands Straßen. 30 Prozent geben an, sie würden ihr Fahrrad gerne häufiger nutzen, falls sich die Bedingungen verbessern. Mecklenburg-Vorpommern darf sich rühmen, dass es als das fahrradfreundlichste Bundesland eingestuft wurde. Die schlechteste Bewertung erhielt Sachsen-Anhalt.

Dass der von vielen als uncool oder unbequem beurteilte Fahrradhelm nach wie vor von der Mehrheit nicht benutzt wird belegt der Monitor – knapp: 51 der Radfahrer fahren nie mit Helm.