Prozess

Schon vier Zeugen belasten Oscar Pistorius

Am dritten Tag des Mordprozesses gegen den südafrikanischen Paralympics-Athleten Oscar Pistorius hat ein weiterer Zeuge seine Aussagen über Schreie im Haus des Angeklagten bekräftigt.

Wie schon zwei andere Zeugen zuvor berichtete auch Charl Johnson im Gericht von Pretoria von lauten Hilferufen vor den Schüssen in der Tatnacht. Das schwächt Pistorius’ Position weiter. Der hatte von einem harmonischen Abend mit seiner Freundin Reeva Steenkamp gesprochen. Die Schüsse durch eine verschlossene Badezimmertür habe er auf einen vermeintlichen Einbrecher abgefeuert.

Pistorius-Verteidiger Barry Roux versuchte, die Aussage Johnsons infrage zu stellen. Dessen Darstellung wurde aber dadurch gestützt, dass er sagte, schon kurz nach den Ereignissen anderen Menschen dieselben Details berichtet zu haben. Roux zeigte sich verwundert, dass Johnsons Aussage so klinge wie die seiner Frau und unterstellte damit, die beiden hätten sich abgesprochen. Die Richterin ermahnte den Anwalt daraufhin – er sei „zu weit gegangen“.

Als vierter Zeuge berichtete der Profi-Boxer Kevin Lerena über einen Vorfall in einem Restaurant, wo Pistorius mit einer Pistole unter dem Tisch geschossen hatte und danach einen Freund bat, dafür die Verantwortung zu übernehmen. „Ich will keine Spannungen in meinem Umfeld“, habe Pistorius gesagt, so der Zeuge. Lerena sagte, sein Fuß sei nur knapp verfehlt worden. Der Besitzer des Restaurants bestätigte im Wesentlichen die Schilderungen des Boxers. Die Anklage will mit den Zeugen des Mittagessens offensichtlich nachweisen, dass Pistorius einen unvorsichtigen und rücksichtslosen Umgang mit Waffen pflegte.