hijacking

Co-Pilot entführt Flugzeug aus Äthiopien nach Genf

Die Boeing 767 aus der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba sollte eigentlich um 4.40 Uhr in Rom landen.

Stattdessen setzte sie gut eine Stunde später auf einer Landebahn des Genfer Flughafens auf. Warum, hatte selbst die örtliche Flughafenkontrolle erst kurz zuvor erfahren: Die Maschine der Ethiopian Airlines war entführt worden – vom Co-Piloten. Der 30-jährige Äthiopier sei nicht bewaffnet gewesen, teilte die Genfer Polizei mit. Er habe einen Toilettenbesuch des Hauptpiloten genützt, um sich im Cockpit einzusperren. Über Funk habe er um Asyl in der Schweiz gebeten, da er in seinem eigenen Land in Gefahr sei, wie er sagte. Zwei Eurofighter der italienischen Luftwaffe hätten die entführte Maschine nach ihrem Eintritt in den italienischen Luftraum begleitet, hieß es bei der Pressekonferenz der Genfer Behörden. Zudem berichteten Augenzeugen von Dutzenden Polizisten, darunter Spezialeinheiten, die das Flugzeug umstellt hätten. Der Entführer öffnete aber laut Angaben der Polizei nach der Landung ein Fenster des Cockpits und verließ das Flugzeug mithilfe eines Seils. Die 202 Passagiere und die Crew sind nach Angaben der Polizei wohlauf und in Sicherheit. Sie hätten erst am Boden bemerkt, dass sie in der Schweiz und nicht in Italien seien, berichtete die Boulevardzeitung „Blick“. Dafür konnten Internetnutzer die Entführung live verfolgen. Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter zitierte Luftfahrt-Kenner John Walton aus dem Funkverkehr mit dem Entführer: „Wollen Sie eine Antwort zur Asylfrage haben, bevor Sie den Landeanflug beginnen?” Die Chancen des Entführers auf Asyl stehen schlecht. Laut Genfer Staatsanwaltschaft droht ihm eine Haftstrafe von bis zu 20 Jahren.