Gleichberechtigung

Siebenjährige prangert Rollenbild bei Lego an

„In meiner Welt bestimme ich“ lautete vor ein paar Jahren der Werbeslogan des Spielzeugherstellers Lego.

Doch das gilt offenbar nur für Männer: Es gibt Mechaniker mit kräftigen Bärten, Ritter mit Lanzen, Piraten mit Fernrohren und Surfer mit verwegenem Haar. Aber Frauen? Die kommen im Lego-Sortiment selten ins Spiel. Diese Rollenverteilung stört auch die siebenjährige Charlotte aus den USA. Sie hat dem Spielwarenunternehmen einen Beschwerdebrief geschickt, den ihr Vater auf der Seite „thesocietypages.org“ veröffentlichte und der inzwischen mehr als 4000 Mal geteilt wurde. Darin heißt es:

„Liebes Lego-Unternehmen, mein Name ist Charlotte, ich bin sieben Jahre alt und liebe Lego, aber ich mag es nicht, dass es mehr Lego-Männer gibt und kaum Lego-Frauen. Heute war ich in einem Laden und sah Lego in zwei Abteilungen: rosa für die Mädchen und blau für die Jungen. Alles, was die Lego-Mädchen taten, war zu Hause oder am Strand sitzen und einkaufen, und sie hatten keine Berufe. Die Jungs aber erlebten Abenteuer, arbeiteten, retteten Menschen und hatten Jobs, ja schwammen sogar mit Haien. Ich wünsche mir von Ihnen, dass Sie mehr weibliche Lego-Figuren herstellen und diese auch Abenteuer erleben und Spaß haben lassen, o.k.? Danke, von Charlotte“

Charlotte bringt etwas auf den Punkt, was Kritiker und viele Eltern nervt: Spielzeuge werden geschlechterspezifischer und zementieren häufig Klischeebilder von Männern und Frauen.

„Grundsätzlich sind wir überzeugt, dass das Spielerlebnis von Lego-Produkten Kinder beider Geschlechter und aller Altersgruppen begeistert“, teilte Martina Augenstein von Lego Deutschland mit. In der Vergangenheit sprachen Lego-Sets insgesamt mehr Jungen an. „Deshalb haben wir darauf geachtet, noch mehr weibliche Figuren in die Lego-Bausets zu integrieren.“ Mittlerweile gebe es Polizistinnen, eine Amazone, eine Chirurgin, eine Zoologin, Sportlerinnen und auch einen weiblichen Rockstar.