Misteriös

Drei Frauen verabreden sich zum Suizid

Eine von ihnen war aus der Psychiatrie in Potsdam geflohen. Tote in Blockhütte gefunden

Nach dem Fund von drei toten Frauen auf einem Campingplatz in Edersee (Nordhessen) soll eine Obduktion nun klären, ob die Frauen an einer Kohlenmonoxidvergiftung starben. Die Staatsanwaltschaft in Kassel lässt die Leichen untersuchen. Wann die Ergebnisse vorlägen, sei noch unklar, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Donnerstag. Die Polizei geht davon aus, dass sich die 49, 44 und 23 Jahre alten Frauen am Edersee getroffen und dann in einer Blockhütte selbst mit Kohlenmonoxid getötet haben. Es gebe keine Anzeichen auf Fremdverschulden oder einen technischen Defekt.

Den Ermittlungen zufolge hatten sich die Frauen in einem sozialen Netzwerk im Internet kennengelernt und gezielt auf dem Campingplatz getroffen. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie sich mit Kohlenmonoxid töteten – einem geruch- und geschmacklosen Gas. Dies stehe aber erst nach der Untersuchung der Leichen fest, betonte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. An der Badezimmertür in dem Blockhaus hatten Rettungskräfte eine Warnung vor dem Gas gefunden. Die Frauen hatten auch entsprechende Abschiedsbriefe hinterlassen.

Der Platzbetreiber hatte die Leichen am späten Mittwochnachmittag in einer Blockhütte auf seinem Platz in Vöhl entdeckt. Die 49 Jahre alte Frau, die die Hütte für zwei Tage gemietet hatte, kam aus Frankfurt (Oder), die 44-Jährige aus Schauenburg in der Nähe von Kassel und die 23-Jährige aus Potsdam. Gründe für den gemeinschaftlichen Suizid könnten psychische Erkrankungen sein.

Spur verliert sich am 26. Januar

Die 23-Jährige aus Potsdam war vor ihrem Tod aus einer psychiatrischen Klinik in Potsdam geflohen. Eine diensthabende Ärztin meldete die junge Frau nach Angaben der Polizei am 24. Januar als vermisst, nachdem sie von einem genehmigten Ausgang bis 18 Uhr nicht zurückgekommen war.

Die Polizei suchte daraufhin nach der Frau und überprüfte ihre privaten Kontakte. Auf diesem Wege erfuhren die Beamten, dass sich die Frau am 26. Januar bei einer Freundin außerhalb von Potsdam aufhielt. Ab diesem Zeitpunkt verliert sich offenbar ihre Spur. Heute früh wurde die Brandenburger Polizei dann von den Kollegen aus Hessen informiert, dass die 23-Jährige gemeinsam mit den zwei anderen Frauen tot auf dem Campingplatz gefunden wurde. „Das waren ganz normale Gäste“, sagte ein Mitarbeiter des Campingplatzes am Edersee. Am Montag hatte er die drei Frauen in Empfang genommen und am Mittwoch als Erster von dem tragischen Unglück erfahren. Die Frauen hätten angegeben, am Mittwoch abreisen zu wollen. Als sie sich jedoch nicht am Empfang meldeten, ging der Mitarbeiter gegen 17.20 Uhr zu dem von ihnen gemieteten Ferienhaus. An der Badezimmertür fand er einen Warnhinweis auf Kohlenmonoxid und verständigte daraufhin die Rettungskräfte. Unter Atemschutz ging die freiwillige Feuerwehr in die Blockhütte. In dem Badezimmer des Hauses wurden dann die drei Leichen gefunden. Die Ermittlungen führt die Polizei in Korbach.