Sicherheit

Mexikos Regierung legalisiert Bürgerwehr gegen Drogenkartelle

Die mexikanische Regierung und die Bürgerwehren in der Unruheprovinz Michoacán haben sich auf eine Legalisierung der Selbstverteidigungskräfte geeinigt. Ihre Mitglieder würden in ländlichen Polizeieinheiten zusammengefasst und unter staatliche Kontrolle gestellt, hieß es in dem Abkommen.

Noch vor knapp zwei Wochen hatte die Regierung die Bürgerwehren aufgefordert, die Waffen niederzulegen und ein hartes Vorgehen gegen sie angekündigt. Sollten sie sich nicht zurückziehen, würden sie entwaffnet und festgenommen, sagte Innenminister Miguel Ángel Osorio Chong. Die Bürgerwehren wiesen die Forderung zurück. „Wir setzen unseren Kampf fort, bis die Anführer der Verbrecher hinter Gittern sind“, hieß es damals in einer Stellungnahme. Nun lenkte die Regierung doch ein. Die Bürgerwehren müssen den Behörden Listen ihrer Mitglieder vorlegen und ihre Waffen registrieren lassen. Im Gegenzug verpflichteten sich die Sicherheitskräfte, die Bürgerwehren mit Telekommunikationsgeräten und Fahrzeugen auszustatten.

Selbstverteidigungsgruppen und Kämpfer des Drogenkartells Caballeros Templarios (Tempelritter) hatten sich in Michoacán zuletzt heftige Auseinandersetzungen geliefert. Um die Situation unter Kontrolle zu bringen, schickte die mexikanische Regierung fast 10.000 Soldaten und Polizisten in den Bundesstaat im Westen des Landes.

Unterdessen nahmen Sicherheitskräfte einen Anführer der Tempelritter fest. Dionisio Loya Plancarte wurde am Montag gefasst. Plancarte ist der Onkel von Kartellchef Enrique Plancarte Solís und einer der mächtigsten Anführer des Verbrechersyndikats. Er soll den Drogenhandel in Morelia kontrolliert und zu den fünf mächtigsten Chefs der Tempelritter gehört haben. Im vergangenen Jahr war im Internet eine Videobotschaft von Plancarte aufgetaucht, in der er den Bürgerwehren mit Gewalt droht. Die Behörden hatten ein Kopfgeld in Höhe von 30 Millionen Pesos (1,6 Mio Euro) auf ihn ausgesetzt.