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Die Kolumne in der Übersetzung

Henning Mankell schreibt ab sofort über sein Krebsleiden in der Zeitung „Göteborgs Posten“ (GP). Dies ist die erste Kolumne.

„Als das neue Jahr einige Tage jung war, besuchte ich einen Orthopäden in Stockholm, der mich schon früher behandelt hatte. Ich ging hin mit der Diagnose eines schmerzhaften Bandscheibenvorfalls. Als ich tags darauf zurück nach Göteborg fuhr, tat ich das mit einer ernsthaften Krebsdiagnose. Eine besondere Erinnerung an die Heimreise habe ich nicht. Nur die beständige Dankbarkeit dafür, dass meine Frau Eva Bergman bei mir war. Einige Tage später bekam ich es von der Lungenabteilung des Sahlgrenska-Krankenhauses schwarz auf weiß:

Es war ernst. Ich hatte einen Tumor im Nacken und einen Tumor links in der Lunge. Außerdem gab es den Verdacht der Ausbreitung an anderen Stellen im Körper. Das ist nun gut 14 Tage her. Ich mache nun die letzten Untersuchungen mit, bevor andere Formen der Behandlung beginnen. Meine Angst ist sehr groß, aber ich kann sie im Großen und Ganzen unter Kontrolle halten. Sehr früh habe ich mich dazu entschieden, zu versuchen, darüber zu schreiben, weil es sich um Schmerzen und Leiden handelt, die so viele Menschen treffen. Aber auch über eine erstaunliche medizinische Wissenschaft und ein Licht, das oft im Nebel aufleuchtet. Ich habe mich entschieden, zu schreiben, wie es ist. Über den schwierigen Kampf, der es immer ist. Aber ich werde aus der Perspektive des Lebens, nicht des Todes schreiben. Ich werde das in unregelmäßigen Abständen in der ,GP‘ tun. Ich fange jetzt an. Ich habe jetzt angefangen.“