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TV will permanent über Prozess gegen Pistorius berichten

Über den Mordprozess gegen den südafrikanischen Paralympics- und Olympia-Star Oscar Pistorius soll rund um die Uhr im Fernsehen berichtet werden. Der südafrikanische Pay-TV-Sender MultiChoice will das Sonderprogramm ab dem 2. März auf einem eigenen Kanal ausstrahlen. Tags darauf beginnt das Verfahren gegen den Sprinter, der seine Lebensgefährtin Reeva Steenkamp getötet haben soll.

Der neue Kanal wird „Gerichtsberichterstattung, exklusive Dokumentationen, Porträts und tiefgründige Expertenanalysen“ zu dem Fall bieten. Ob das Gericht eine Live-Berichterstattung aus dem Verhandlungssaal tatsächlich zulässt, ist allerdings unklar. Ausschnitte der Sendungen sollen auf YouTube und in anderen Online-Diensten veröffentlicht werden.

Südafrikas Justiz wirft dem an den Unterschenkeln amputierten Athleten vor, seine Freundin am Valentinstag des vergangenen Jahres in seinem Haus ermordet zu haben. Pistorius gibt zwar zu, das drei Jahre ältere Model erschossen zu haben, spricht aber von einem tragischen Versehen: Er habe Steenkamp für einen Einbrecher gehalten und sie in Panik erschossen. Zurzeit befindet sich der Sportler unter Auflagen in Freiheit. Sollte er wegen Mordes verurteilt werden, droht ihm lebenslange Haft.

Pistorius’ Anwälte verhandeln mit der Familie Steenkamp über Entschädigungszahlungen. Berichten zufolge könnte Pistorius der Familie umgerechnet bis zu 200.000 Euro zahlen. Die als Model arbeitende Reeva Steenkamp hatte ihre Eltern finanziell unterstützt, seit ihrem Tod sind sie in Geldnot.