Kurios

Das Horror-Haus von Indiana

Eine Mutter behauptet, Dämonen seien in ihre Kinder gefahren. Dafür gibt es sogar Zeugen

Es ist eine Geschichte, wie sie Horror-Experte Stephen King kaum hätte besser aufschreiben können. Dabei geht es um nicht weniger als 200 Dämonen und den Teufel, die von einem Haus und einer Mutter mit ihren drei Kindern Besitz ergriffen haben sollen.

Der Vorfall beginnt im November 2011. Damals bezieht Latoya Ammons mit ihren drei Kindern (sieben, neun und zwölf Jahre) sowie ihrer Mutter Rosa Campbell ein Haus in Gary (Indiana) – ein schlichtes, weiß gestrichenes Einfamilienhaus mit drei Schlafzimmern.

Bereits kurz nach dem Einzug haben sie das Gefühl, dass mit dem Haus etwas nicht stimmt. Mitten in der Nacht will die 32-Jährige Schritte im Haus hören, die sie sich nicht erklären kann. Dass die Tür quietscht, findet sie zunächst nicht ungewöhnlich. Erst ein menschlicher Schatten, den sie nachts gesehen haben will, und der nasse Fußabdruck im Wohnzimmer am darauffolgenden Morgen machen sie nervös. Doch sie findet für alles noch eine Erklärung.

Das ändert sich erst in der Nacht zum 10. März 2012. Gegen zwei Uhr morgens wird die Oma der Familie, Rosa Campbell, durch einen fürchterlich lauten Schrei ihrer Enkelin geweckt. Als sie zusammen mit ihrer Tochter im Zimmer der Zwölfjährigen steht, traut sie ihren Augen nicht. Das Mädchen, so berichten die beiden Frauen übereinstimmend, „schwebte minutenlang über ihrem Bett“ – so wie in der berühmten Szene des Films „Der Exorzist“ aus dem Jahre 1973.

Ammons sucht Hilfe bei Polizei und Jugendamt. Doch keiner nimmt sie ernst. Im April 2012, so behauptet Ammons, schwebt ihr sieben Jahre alter Sohn aus dem Badezimmer und trifft mit den Füßen die zwölfjährige Tochter. Sie wird so schwer verletzt, dass sie in einer Klinik am Kopf genäht werden muss. Dem Arzt, Geoffrey Onyeukwu, erzählt das Mädchen, dass sie Stimmen höre. Der Arzt gibt den Vorfall weiter ans Jugendamt, das eine Untersuchung einleitet. Die Behörde glaubt, dass die Mutter ihre Kinder nur vernachlässige, nimmt ihr die Kinder weg.

Was dann passiert, klingt ungeheuerlich: Der kleinere Junge, so berichtet Oma Campbell, soll „rückwärts die Wand hochgelaufen und nach einem Salto von der Decke wieder auf dem Boden gelandet“ sein. Sozialarbeiterin Valerie Washington und eine Krankenschwester, die mit im Raum ist, bestätigen den Vorfall. Das Jugendamt alarmiert daraufhin die Polizei. Charles Austin, ein gestandener Polizist mit 20 Jahren Berufserfahrung, untersucht das Haus in Gary. „Ich glaube jetzt an Geister und Dämonen“, sagt Austin später. Als er später Fotos ansieht, die er vom Haus gemacht hat, entdeckt er auf einem „ein verschwommenes menschliches Gesicht“. Auf einem anderen will er die Umrisse einer Frau sehen. Die Polizeifotos kursieren derzeit, heiß diskutiert, im Netz.

Die Kinder werden unterdessen weiter untersucht. Der Geistliche der Klinik schlägt eine Teufelsaustreibung vor. Der Pfarrer Mike Maginot führt sie später durch. Und wie durch ein Wunder sind alle Probleme anschließend verschwunden. Das Jugendamt gibt Ammons die Kinder zurück und unterstützt sie beim Umzug in ein anderes Haus in Indiana.

Der Vermieter des Hauses in Gary, Charles Reed, versteht die ganze Sache nicht. Erst als die Ammons’ eingezogen seien, gab es Ärger. „Die neuen Mieter haben sich bisher nicht über Dämonen beschwert.“