West Virginia

Mehrere Menschen nach Chemieunfall in USA im Krankenhaus

Nach einem Chemikalienunfall in den USA sind mehrere Menschen in ein Krankenhaus eingeliefert worden.

Mehr als 30 Menschen seien mit Symptomen wie Erbrechen und Übelkeit behandelt worden, vier Menschen mussten stationär im Krankenhaus bleiben, so eine Sprecherin der Gesundheitsbehörden am Sonnabend in West Virginia.

Nahe der Hauptstadt Charleston war eine in der Kohlenindustrie verwendete Chemikalie in den Fluss Elk gelangt und verseuchte möglicherweise das Trinkwasser. Mindestens 300.000 Anwohner wurden am Freitag gewarnt, das Wasser nicht zu trinken. Das Ausmaß der Katastrophe war am Wochenende weiterhin unklar. Bei der Chemikalie handelt es sich den Angaben zufolge um ein Schäummittel, das nicht tödlich sein soll, aber Reizungen von Haut und Augen verursachen kann. Eine unbekannte Menge dieser Chemikalie war auf einem Fabrikgelände der Firma Freedom Industries nahe Charleston ausgelaufen, über eine Auffangfläche geflossen und in den Fluss gelangt. Die Behörden teilten mit, sie wüssten noch nicht genau, welchen Schaden die Umweltverseuchung für die Bewohner bedeuten könnte.

Mehr als 300.000 Menschen sollten das Leitungswasser weder zum Trinken noch zum Baden oder Zähneputzen benutzen. „Benutzen sie das Wasser nicht“, erklärte der lokale Wasserversorger. Wegen der Verunreinigung dürfe Leitungswasser nur noch für die Toilettenspülung oder zum Löschen eingesetzt werden. Gouverneur Earl Tomblin ließ für die betroffenen Regionen den Notstand ausrufen. „Wir konzentrieren uns vor allem auf die Lage in Krankenhäusern, Altersheimen und auf die Schwächsten unter uns“, erklärte Tomblin. Der Direktor des Wasserversorgers West Virginia American Water sagte der „Charleston Daily Mail“, bis zu 2400 Kilometer der Trinkwasserleitungen könnten chemisch verseucht worden sein. Die gesundheitlichen Folgewirkungen von Methylcyclohexan seien bislang jedoch kaum bekannt.