Polizei

Geschwister in ihrem Haus erstochen

Tochter findet in Gütersloh ihre Mutter und ihren Onkel tot auf. Polizei geht von Raubmord aus

Das tödliche Drama ereignete sich in einem gutbürgerlichen Viertel im ostwestfälischen Gütersloh. In einer hell verklinkerten Stadtvilla lebten eine 74-jährige pensionierte Ärztin und ihr Bruder, ein 77 Jahre alter ehemaliger Lehrer. Weil sie weder Heiligabend noch am 25. Dezember ans Telefon gingen, fuhr die besorgte Tochter dann am ersten Weihnachtsfeiertag zum Haus der Mutter. Eine Nachbarin hatte zuvor zwar Licht im Haus der 74-jährigen Mutter gesehen, aber niemand hatte auf ihr Klingeln reagiert.

Vom Garten aus kann die Tochter ihre leblose Mutter durch ein Fenster im Wohnzimmer liegen sehen. Die herbeigerufene Polizei findet dann auch noch den toten Onkel und einen leblosen Mischlingshund.

Die Einsatzkräfte bemerken beim Betreten des Gebäudes, dass Gas ausgetreten ist. In der Küche einer Einliegerwohnung in der oberen Etage war an einem Herd ein Gashahn aufgedreht. Das stellte die Ermittler vor ein Rätsel. Offen war, ob die Einliegerwohnung zuletzt bewohnt war. Eine gemeinsame Selbsttötung der beiden schließt die Polizei aus.

Die Geschwister wurden nach Angaben der Ermittler wohl Opfer eines Verbrechens. Darauf wiesen die erheblichen, tödlichen Verletzungen hin, erklärte die Polizei, die aus ermittlungstaktischen Gründen zunächst keine weiteren Details nennen wollte. Die Fahnder sprechen von einem Kapitaldelikt. Die Mordkommission nahm sofort die Ermittlungen auf.

Nach der in Bielefeld durchgeführten Obduktion hat sich der Verdacht eines Tötungsdeliktes verdichtet. Die Obduktion ergab, dass beide Opfer in Folge von zahlreichen schweren Stichverletzungen gestorben sind. Das teilte die Polizei mit.

Das Tatwerkzeug wurde bislang nicht gefunden. Da das Wohnhaus offenbar von dem oder den Tätern nach Diebesgut oder anderen Gegenständen durchsucht worden ist, gehen die Ermittler derzeit von dem Verdacht eines Raubmordes aus. Hinweise auf den oder die Täter gibt es zum derzeitigen Stand der Ermittlungen noch nicht. Die Ermittlungen der zwölfköpfigen Mordkommission „Bad“ dauern an.

Gefährliche Tage

Immer wieder kommt es gerade an Weihnachten zu Tragödien in Deutschland: So wurde nach einem tödlichen Familienstreit in Wolfsburg gegen einen 33-Jährigen Haftbefehl erlassen. Der Mann steht in dringendem Tatverdacht, am Heiligabend den 45 Jahre alten Lebensgefährten seiner Mutter erstochen zu haben. Die Beamten stellten am Tatort ein Küchenmesser als mögliche Tatwaffe sicher. Der mutmaßliche Täter hatte dort gemeinsam mit seiner 55 Jahre alten Mutter, dem späteren Opfer und einem 47 Jahre alten Bekannten den Feiertag verbracht. Nach bisherigen Ermittlungen war es im Laufe des Abends zu einem Streit zwischen dem Sohn und dem Lebensgefährten der Mutter gekommen, der dann eskalierte.

Ein 64-Jähriger soll in Pritzwald (Mecklenburg-Vorpommern) seine Ehefrau kurz vor Weihnachten tödlich verletzt haben. Die 59-Jährige wies Spuren starker Gewalteinwirkung auf, als sie am Heiligabend tot in ihrer Wohnung gefunden wurde. Der Mann hatte noch selbst den Notarzt verständigt, machte sich jedoch bei den Ermittlungen dringend tatverdächtig. Ein Haftrichter erließ Haftbefehl gegen den Beschuldigten.

Ein Streit zwischen zwei Männern in Köln endete an Heiligabend für einen der beiden tödlich: Wie die Polizei mitteilte, erlag ein 32-jähriger Mann trotz sofortiger notärztlicher Versorgung seinen schweren Verletzungen. Festgenommen wurde sein 54-jähriger Mitbewohner, der die Polizei über einen Notruf herbeigerufen hatte. Warum und worüber die beiden Männer in Streit geraten waren, war zunächst nicht bekannt.

Verletzte bei Massenschlägerei

Mit einer Massenschlägerei endete die gemeinsame Weihnachtsfeier zweier Großfamilien im hessischen Dietzenbach. Mehrere Menschen wurden leicht verletzt, wie die Polizei berichtete. Sechs Männer und zwei Frauen seien in Gewahrsam genommen worden. Die Familien waren nach einigen Gläsern Alkohol am ersten Weihnachtsfeiertag in Streit geraten und aufeinander losgegangen. Die Polizei sorgte in der verwüsteten Wohnung kurzzeitig für Ruhe, kurz darauf schlugen die Familien jedoch auf der Straße wieder aufeinander ein. Die Polizei vermutet, dass es bei dem Streit um Nichtigkeiten ging.

Die Hamburger Polizei nahm eine 31 Jahre alte Frau, die ihren ehemaligen Lebensgefährten erstochen haben soll, in der Nacht zu Donnerstag fest. Sie wird verdächtigt, den 23-Jährigen nach einem Streit am Mittwoch auf der Straße niedergestochen zu haben.