Unglück

60 Verletzte bei Piranha-Attacke in Argentinien

Bei einem Angriff von Piranha-Fischen sind in einem Fluss in Argentinien mehr als 60 Menschen verletzt worden.

Einem siebenjährigen Kind musste nach der Attacke im Río Paraná in der Stadt Rosario am Mittwoch (Ortszeit) sogar ein Teil des kleinen Fingers amputiert werden. „Das ist das erste Mal in dieser (Sommer-)Saison, und es war sehr aggressiv“, sagte der Arzt Gustavo Centurión. Es seien Menschen mit Bissen an Füßen und Händen zu ihm gekommen. „Es gab einige Personen, denen die Piranhas buchstäblich kleine Stücke Fleisch rausgerissen haben.“ Rosario liegt rund 300 Kilometer nördlich von Buenos Aires.

In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu gefährlichen Piranha-Attacken. Im Nachbarstaat Bolivien töteten Piranhas 2011 einen 18-Jährigen, nachdem er in einen Fluss gesprungen war. Die Fische hatten den jungen Mann so schwer verletzt, dass er verblutete. In der Natur gelten die scharfen Zähne der Piranhas als eine äußerst wirkungsvolle Jagdwaffe. Kraftvoll beißen sich die Raubfische fest und reißen mit Rüttelbewegungen – wie bei den Haien – ganze Fleischstücke aus ihrer Beute. Mit dieser Strategie machen sie sogar Jagd auf größere Wirbeltiere. Die Piranhas erreichen eine Größe von etwa 15 bis 40 Zentimetern und werden in der Regel bis zu einem Kilogramm schwer. Die meisten Piranha-Arten leben in den Weißwasserflüssen, also sehr nährstoffreiche Fließgewässer, Südamerikas. Von den derzeit rund 39 bekannten Arten sind 25 im Amazonasbecken beheimatet.

Piranhas als Aquarienfische werden manchmal in fremde Gewässer ausgesetzt, so wurden sie schon in der Hamburger Alster wie auch im rheinländischen Fluss Erft gefangen. Im Mai dieses Jahres hatte in Südrussland der Fang eines 2,4 Kilogramm schweren Tieres für Aufsehen gesorgt. Anwohner hatten den Raubfisch in einem Badesee der Stadt Batajsk ausgesetzt. In den USA ist das Aussetzen von Piranhas gesetzlich verboten.