Justiz

Hauptzeuge gegen Berlinerin Milke muss nicht aussagen

Die in den USA zum Tode verurteilte gebürtige Berlinerin Debra Milke steht vor ihrer endgültigen Freilassung.

Ein Richter in Phoenix im US-Bundesstaat Arizona entschied am Mittwoch, dass der Hauptbelastungszeuge gegen die inzwischen 49 Jahre alte Frau in einem neuen Verfahren nicht aussagen muss.

Milke war zum Tode verurteilt worden, weil sie 1989 zwei Männer zum Mord an ihrem kleinen Sohn angestiftet haben soll. Mehr als 22 Jahre lang saß sie in der Todeszelle, bevor im März ein Gericht einen neuen Prozess angeordnet hatte. Es waren erhebliche Zweifel an den Aussagen des Hauptbelastungszeugen aus dem ersten Verfahren aufgekommen.

Bei dem Zeugen handelt es sich um einen Polizisten. Er hatte in der vergangenen Woche vor Gericht die Aussage verweigert. Der inzwischen pensionierte Ermittler könnte sich durch eine Aussage selbst belasten. Ihm drohen Schadenersatzklagen, wenn das Gericht ihn der Lüge überführen würde. Da ihm nun das Zeugnisverweigerungsrecht zugestanden wurde, könnte der Prozess platzen und Milke bald endgültig frei sein.