Sicherheit

Großübung zu Krankheitsepidemie in neun Bundesländern

Um einen rätselhaften und tödlichen Erreger dreht sich eine zweitägige länderübergreifende Übung.

An dem Probeeinsatz beteiligen sich neun Bundesländer, Schwerpunkte sind Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Berlin. In dem Planspiel mit rund 2000 Teilnehmern leiden plötzlich viele Menschen an Atemwegserkrankungen, in Lebensmitteln tauchen Erreger auf. Die Übung soll helfen, künftig bei Krisen die Kommunikation zwischen Behörden, Einsatzkräften, Medien und Bevölkerung besser zu steuern als etwa in der EHEC-Krise 2011. Die Übung, die an diesem Donnerstagabend enden soll, steht unter Federführung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) und wird von Bad Neuenahr-Ahrweiler (Rheinland-Pfalz) aus koordiniert.

In dem Planspiel namens „Lükex 2013“ (länderübergreifende Krisenmanagement-Exercise/Übung) werden die ersten Kranken aus einem Berliner Gefängnis und dem Nordosten von Nordrhein-Westfalen gemeldet. Die Zahl steigt schnell, Millionen Menschen sind in Sorge, die Medien überschlagen sich mit dramatischen Geschichten. Vor diesem fiktiven Hintergrund wird die Zusammenarbeit aller Beteiligten trainiert. Mit eingebunden sind etwa Rettungskräfte, private Unternehmen aus der Lebensmittelbranche und Gesundheitsämter. „Das ist sehr realitätsnah“, sagte BBK-Präsident Christoph Unger. Für künftige Krisen seien solche Übungen sehr wichtig.

Thema der Übung ist auch der Bioterrorismus, das absichtliche Verbreiten von Erregern. Das sei ein neues Thema seit den Anschlägen vom 11. September 2001, sagte der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Reinhard Burger. Die Großübung wurde anderthalb Jahre vorbereitet. „Lükex“-Übungen gibt es alle zwei Jahre, jedes Mal mit anderen Gefahrenlagen. Für 2015 steht das Thema schon fest: Sturmflut.

( dpa )