Messerattacke

Drei Menschen bei Busentführung in Norwegen getötet

Bei einer Busentführung in der Nähe von Årdal im Südwesten Norwegens sind drei Menschen ums Leben gekommen.

Wie die Polizei in Sogn og Fjordane am Montagabend mitteilte, wurden der Busfahrer und zwei Fahrgäste mit einem Messer niedergestochen. Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen. Sein Motiv war zunächst unbekannt.

Der Überlandbus „Valdresekspressen“ war auf dem Weg von Årdal nach Tyin, als sich die grausame Tat ereignete. Andere Autofahrer waren als erste vor Ort. Weil der Bus am Straßenrand stand, glaubten sie, er habe eine Panne oder sei in einen Unfall verwickelt. Ein Augenzeuge sagte dem Fernsehsender TV2: „Wir sahen eine Person in dem Bus und dachten, sie versucht herauszukommen. Aber dann sahen wir plötzlich, dass die Person mit einem Messer umherging. Da haben wir gemerkt, dass die Situation doch eine ganz andere ist.“

Die Feuerwehr war noch vor der Polizei am Tatort und stellte den mutmaßlichen Täter. Der Mann sei ungefähr 50 Jahre alt und nicht ethnisch norwegischer Herkunft. Die Polizei teilte mit, er sei verletzt und ins Krankenhaus gebracht worden. Ob er mit den Fahrgästen im Bus bekannt war, konnte sie nicht sagen. Die Polizei geht nicht davon aus, dass sich weitere Passagiere an Bord befanden.

Die Polizei in der Hauptstadt Oslo wurde rasch in Alarmbereitschaft versetzt. Die Situation sei unklar gewesen, hieß es. Zunächst sei den Sicherheitskräften nur bekannt gewesen, dass der Bus entführt worden und der Fahrer verletzt sei, sagte ein Sprecher.

Vor rund zwei Jahren, am 22. Juli 2011, hatte der Attentäter Anders Behring Breivik zunächst einen Bombenanschlag in Oslo verübt, bei dem acht Menschen starben. Anschließend hatte er auf der Insel Utøya 69 Menschen, überwiegend handelte es sich um Jugendliche, in einem Amoklauf erschossen. Damals war der Polizei vorgeworfen worden, zu langsam reagiert zu haben.