Info

„Entartete“ Kunst im NS-Staat

Begriff Als „entartet“ diffamierte das NS-Regime in den 30er- und 40er-Jahren Kunstwerke, deren Ästhetik nicht in das von den Nationalsozialisten propagierte Menschenbild passte. Das galt unter anderem für Expressionismus, Impressionismus, Dadaismus, Surrealismus und Kubismus. Ursprünglich stammt der Begriff „entartet“ aus der Rassenlehre der Nazis. In der Euthanasie-Bewegung des Dritten Reiches wurde er für erbkranke und behinderte Menschen verwendet. Die Übertragung der Bedeutung ins kulturelle Leben sollte den angeblich minderwertigen Charakter moderner „Verfallskunst“ anprangern.

Gesetz Betroffen waren in erster Linie Vertreter des deutschen Expressionismus, deren abstrakte, kontrastreiche und oft fratzenhafte Darstellungen vom NS-Idealbild des „starken“ Menschen abwichen. Ins Visier der faschistischen Kulturwächter gerieten etwa die „Brücke“-Künstler. Auch die Neue Sachlichkeit von Otto Dix und die Bauhaus-Schule erregten den Unmut der Nazis. 1938 wurde ein Gesetz zur Enteignung von Museen erlassen, die sich weigerten, solche Werke zu entfernen.