Raumfahrt

Raumfrachter beendet seine Mission und verglüht mit Müll

Der in Deutschland gebaute Raumtransporter „Albert Einstein“ hat seine fünfmonatige Rekordmission erfolgreich abgeschlossen.

Bei seinem kontrollierten Wiedereintritt in die Erdatmosphäre sei er am Sonnabend gegen 13 Uhr (MEZ) wie geplant über einem unbewohnten Gebiet im Südpazifik verglüht, teilte die Europäische Weltraumorganisation (ESA) mit. Der Raumfrachter war mit rund sechs Tonnen Abfall aus der „Internationalen Raumstation“ (ISS) beladen. Das im Bremer Werk der EADS-Tochter Astrium gefertigte Automatische Transferfahrzeug (ATV) war am 5. Juni an Bord einer Ariane-5-Rakete vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana abgehoben. Zehn Tage später dockte es an der ISS an.

Mit 20 Tonnen Gesamtgewicht war „Albert Einstein“ das schwerste Raumfahrzeug, das je von einer Ariane-Rakete ins All gebracht wurde. Auch seine sieben Tonnen schwere Fracht setzte neue Maßstäbe. „Albert Einstein“ lieferte Treibstoff, Wasser, Sauerstoff, Ersatzteile, Material für wissenschaftliche Experimente sowie Lebensmittel und Kleidung für die sechsköpfige Besatzung der ISS. Sein Ende war genau geplant: „Das ATV absolvierte eine Reihe schwieriger Manöver, um seinen Wiedereintritt unter der Raumstation zu vollführen, sodass die Astronauten sein Verglühen in der oberen Schicht der Erdatmosphäre mitverfolgen und einzigartige Informationen über die physikalischen Gegebenheiten beim Wiedereintritt gewinnen konnten“, so die ESA. Bei seiner Rückkehr zur Erde stellte der Frachter von der Größe eines Doppeldeckerbusses einen weiteren Rekord auf. Den Angaben zufolge transportierte er auf dem Rückweg so viel Abfall wie kein anderes ATV zuvor.

Die europäischen ATV-Transporter sind seit dem Ende des US-Shuttleprogramms vor zwei Jahren die größten Raumfrachter für die Lieferung von Material zur ISS. Die ESA hat einen Vertrag über fünf Missionen für Frachttransporte zu der Raumstation. Der fünfte und letzte Flug ist für Juni 2014 geplant.