Gesundheit

Fast-Food-Steuer soll Mexikaner wieder schlank machen

Mit einer Extrasteuer auf kalorienreiches Fast Food will Mexiko gegen die Fettsucht im Lande vorgehen.

Die Bürger des lateinamerikanischen Landes haben in puncto Übergewicht schon ihre nördlichen Nachbarn, die US-Amerikaner, überrundet. Auf Lebensmittel, die mehr als 275 Kalorien pro 100 Gramm enthalten, werden deshalb ab 2014 acht Prozent Kalorienabgabe fällig. Die Maßnahme könnte den gewünschten Effekt erreichen, wenn es – wie in Europa – vor allem Menschen aus einkommensschwachen (und bildungsfernen) Schichten sind, die regelmäßig zu Pommes und Burger greifen.

Aber reichen acht Prozent wirklich? Wenn die Portion Burger statt umgerechnet zwei Euro dann 2,16 Euro kostet? Wohl kaum. Die Regierung dürfte ihr Ziel ebenso wenig erreichen wie die dänische, als diese 2011 die Zucker- und Fettsteuer einführte – und im Folgejahr wieder abschaffte. Schon deutlicher ist die Steuer, die Forscher der englischen Universität Oxford jetzt vorschlagen: 20 Prozent auf zuckerhaltige Softdrinks. Allein in Großbritannien, dem „dicksten Land“ in Europa, werde es auf diese Weise 180.000 Fettleibige weniger geben, sagen sie. Aber auch hier ist der Erfolg unsicher. Denn die Briten greifen dann einfach zur Limo mit Süßstoff. Doch die zuckerfreie Süße, zeigen Studien, täuscht den Organismus. Er sucht dann erst recht nach Kalorienreichem.

Außerdem machen sich Regierungen, die Steuern auf ungesunde Lebens- und Genussmittel einführen, verdächtig. Geht es ihnen wirklich nur um das gesundheitliche Wohl ihrer Bürger? Die durch Fett-, Zucker-, Branntwein- und Tabaksteuern fließenden Gelder eignen sich schließlich auch wunderbar dafür, Haushaltslöcher zu stopfen. Und solche Steuern lassen sich dem Volk viel leichter verkaufen als etwa Mehrwertsteuererhöhungen. Wirklich gut angelegt sind solche Abgaben nur im Gesundheits- und Bildungssystem: um die Folgen der ungesunden Produkte zu bewältigen – oder um sie gar zu vermeiden.