Gewalt

Schießerei auf Flughafen von Los Angeles

Mindestens ein Toter und mehrere Verletzte. Polizei nimmt Schützen fest

Ein 23-jähriger Mann hat auf dem Internationalen Flughafen von Los Angeles einen Sicherheitsbeamten erschossen. Mehrere weitere Menschen wurden verletzt, wie die Polizei am Freitag (Ortszeit) mitteilte. Der mutmaßliche Schütze, Paul Ciancia aus Los Angeles, wurde nach einem Feuergefecht mit Polizisten verletzt festgenommen. Im ganzen Land wurden Flüge gestrichen. Nach der Festnahme gab die Polizei Entwarnung. Berichte von drei Toten bestätigten sich nicht.

Der Verdächtige trug eine Arbeitsuniform und einen Rucksack mit einer handschriftlichen Notiz mit der Aufschrift, er „wolle TSA und Schweine töten“, wie Sicherheitskreise mitteilten. TSA steht für Verkehrs-Sicherheitsverwaltung (Transportation Safety Administration). Der getötete Sicherheitsbeamte soll für TSA gearbeitet haben.

Flughafen-Polizeichef Patrick Gannon sagte, der Bewaffnete habe gegen 9.30 Uhr das Terminal 3 betreten, ein halbautomatisches Sturmfeuergewehr aus seinem Rucksack geholt und zu schießen begonnen. Er habe auf einen Kontrollpunkt gezielt, an dem ein Sicherheitsbeamter die Dokumente der Fluggäste geprüft habe, bevor sie den Sicherheitsbereich des Terminals betreten. Beamte hätten das Feuer erwidert und den Mann festgenommen.

Die Polizei gehe davon aus, dass der Mann der einzige Schütze gewesen sei. Ein terroristisches Motiv liege nicht vor. „Wie man sich vorstellen kann, brach großes Chaos aus“, sagte Gannon. Fluggäste seien evakuiert worden, während andere in die Flughafen-Restaurants und Lounges gebracht wurden. Bombenspezialeinheiten waren vor Ort.

Eine Polizistin sagte, viele Menschen seien durch das Gewehrfeuer getroffen worden, ihr Zustand sei aber nicht bekannt. Drei Männer wurden in ein Krankenhaus eingeliefert, einer davon in kritischem Zustand. Feuerwehr-Chef Jim Featherstone sagte, Sanitäter hätten sieben weitere Opfer behandelt und in eine Klinik gebracht.

Er habe mehr als ein Dutzend Schüsse gehört, sagte ein Augenzeuge. Ein anderer Fluggast sagte, er habe Menschen in alle Richtungen fortlaufen sehen, andere hätten sich nieder gekauert. Er selbst habe sich auf den Boden gelegt. Polizisten hätten gerufen, dies sei keine Übung, Hände hoch.

Andere Reisende beschrieben, dass es bei der Evakuierung zu chaotischen Szenen gekommen sei, als das Sicherheitspersonal sie auf die Rollbahn gescheucht habe. Eine Frau berichtete: “Die Leute schrien, da ist ein Schütze, da ist ein Schütze.“ Hunderte Menschen versammelten sich draußen in der Nähe der Flugzeuge, als die Behörden den Tatort sicherten.

Bis zum Mittag wurden zwölf Flüge gestrichen, es gab mehr als 130 Verspätungen. Alle Flüge mit Ziel Los Angeles durften nach Angaben der Bundesflugbehörde auf anderen Flugplätzen im ganzen Land nicht starten. Der Flughafen in Los Angeles ist der drittgrößte in den USA.