Geständnis

Hostess gesteht Liaison mit „Costa“-Kapitän

Es war kein leichtes Geständnis, das Domnica Cemortan, die „mysteriöse Blondine“, die sich während des Unglücks der „Costa Concordia“ auf der Brücke befand, vor Gericht ablegte.

Nun gab sie beim Prozess in Grosseto aber doch zu, die Geliebte von Kapitän Francesco Schettino gewesen zu sein. Auf die Frage einer Anwältin, ob eine Liebesbeziehung mit Schettino bestanden habe, antwortete sie mit: „Ja, ich hatte eine Beziehung mit Francesco Schettino.“ Auf das Schiff sei sie ohne Ticket gelangt. „Wenn du die Geliebte von jemandem bist, fragen sie nicht nach der Fahrkarte“, sagte die 26-Jährige.

Schettino steuerte am 13. Januar 2012 die „Costa Concordia“ auf einen Felsen vor der Insel Giglio. Das Kreuzfahrtschiff mit mehr als 4200 Menschen an Bord kenterte. 32 Passagiere starben in den Fluten des Mittelmeers, darunter auch zwölf Deutsche.

Die junge Frau war am Abend des Unglücks gemeinsam mit dem Kapitän beim Abendessen. „Schettino hat mir nichts über die geplante Annäherung gesagt“, betonte sie vor Gericht. „Sie haben mich auf die Brücke eingeladen, um die Insel anzuschauen.“ Dorthin habe sie einer der Mitarbeiter begleitet. „Alles schien normal, ich habe nichts gesehen, weil es dunkel war. Ab einem gewissen Punkt war Stille, und dann hat er angefangen, in Fachbegriffen Kommandos zu geben“, berichtete sie. Einer der Offiziere habe die Anweisungen nicht verstanden, dann sei es zur Katastrophe gekommen.

Zuvor hatte am Vormittag der Restaurantmanager der „Costa Concordia“ vor Gericht ausgesagt und betont, er selbst habe Schettino darum gebeten, nah an die Insel Giglio heranzufahren. Dies habe Schettino daraufhin am 6. Januar – eine Woche vor dem Unglück – angeordnet, sei mit dem Ergebnis des Manövers jedoch nicht zufrieden gewesen. „Mir erschien es schon nah genug“, sagte der Restaurantmanager. Schettino habe jedoch entschieden, das Manöver dann am 13. Januar zu wiederholen.