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Kuscheln als kostenpflichtige Dienstleistung

In Madison im US-Staat Wisconsin soll ein offizielles „Kuschelhaus“ eröffnen. Mit fünf „professionellen Kuschlern“ sollen Kunden kuscheln, schmusen und reden können – gegen Geld, versteht sich.

„Ich halte es für eine Notwendigkeit. Ich habe das Gefühl, es gibt heutzutage einfach nicht genug menschliche Verbindungen, mit all dieser Technologie, die uns meiner Meinung nach trennt“, sagt Gründer Matthew Hurtado zu dem Bedürfnis nach mehr Nähe. Das Angebot für intimen, nicht sexuellen Kontakt richte sich an alle, die „einfach in den Arm genommen werden wollen“, berichtet das Magazin „Time“. Menschlicher Kontakt produziere im Körper das Hormon Oxytocin, das sogenannte Liebes-Hormon, sagt Hurtado. Der Gewinn sei offensichtlich, man fühle sich dadurch sicherer und geborgen.

Das Kuscheln an sich muss dabei nicht unbedingt unter der Bettdecke stattfinden. „Wenn du dich einfach nur hinlegen und zusammenrollen willst, für ganz altmodisches Kuscheln, kannst du das machen“, erklärt Lonnie Johnson, ein Mitarbeiter im Kuschelhaus, dem TV-Sender NBC. Genauso sei es möglich, zusammenzusitzen oder sich auszuweinen. Jegliche Art von sexuellem Kontakt sei aber völlig ausgeschlossen.

Die Idee hat nicht nur Befürworter. Eine Passantin erklärt gegenüber NBC, die Idee habe ihr „Angst gemacht“ und sie frage sich, was dort wirklich vor sich gehe. Gründer Hurtado versichert, dass der Hintergrund von Kunden und Kuschlern genau geprüft werde. In allen Räumen sorgen Kameras und Notruf-Knöpfe für zusätzliche Sicherheit.