Naturkatastrophe

Schwerer Taifun wütet über Japan – mindestens 17 Tote

Der Taifun „Wipha“ hat in Japan mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 180 Stundenkilometern schlimme Verwüstungen angerichtet und die Atomruine Fukushima mit massiven Regenfällen bedroht.

Auf der mit am schwersten betroffenen Insel Izu Oshima, 120 Kilometer südlich der Hauptstadt Tokio, kamen am Mittwoch mindestens 17 Menschen bei Sturmböen und Rekordregenfällen ums Leben. Dutzende Häuser liegen in Trümmern. Nach Erdrutschen wurden mehrere Menschen weiter vermisst. Innerhalb von 24 Stunden fielen 80 Zentimeter Regen, so viel wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen 1991.

Zehntausende Menschen auch in anderen Landesteilen wurden aufgefordert, sich vor dem heftigsten Taifun seit zehn Jahren in Sicherheit zu bringen. In der Atomruine Fukushima ließ der Betreiber Tepco wegen des enormen Regens aus Not gering belastetes Wasser ab. Tepco öffnete demnach an neun Auffangbecken, die Hunderte von Tanks für verseuchtes Kühlwasser umschließen, die Abflusshähne. In den Becken hatte sich infolge des Taifuns immer mehr Regenwasser angesammelt. In den Tanks lagert Tepco stark verstrahltes Wasser, das bei der Kühlung der 2011 durch ein Erdbeben und Tsunami beschädigten Reaktoren anfällt.

„Wipha“ schwächte sich am Mittwochnachmittag (Ortszeit) im Norden über dem Meer zu einer tropischen Tiefdruckzone ab. Auch in den Tsunami-Gebieten richtete der 26. Taifun der Saison stellenweise neue Schäden an. Einzelne Behelfsunterkünfte, in denen noch immer Flüchtlinge der Katastrophe vom 11.März 2011 hausen, wurden zertrümmert. Ein Tempel im nahe der Atomruine Fukushima gelegenen Ort Minamisoma brannte ab. Es war der schwerste Taifun seit Oktober 2004, als fast 100Menschen bei Überflutungen und Erdrutschen ums Leben kamen.