Naturkatastrophe

Mindestens fünf Tote in Indien durch Super-Zyklon „Phailin“

Die Ausläufer des Super-Zyklons „Phailin“ haben am Sonnabend die indische Ostküste erreicht und Verwüstungen angerichtet.

Nach Angaben der Behörden kamen dabei in den dicht besiedelten Bundesstaaten Odisha und Andhra Pradesh mindestens fünf Menschen ums Leben. Vier von ihnen wurden von Bäumen erschlagen, das dritte Opfer starb unter den Trümmern seines Lehmziegelhauses. Die Wetterbehörden warnten vor schweren Schäden an Gebäuden sowie einen Zusammenbruch der Strom- und Telefonnetze.

Wenige Stunden vor dem drohenden Durchzug des wohl heftigsten Tropensturms seit mehr als einem Jahrzehnt haben sich Hunderttausende Menschen in Sicherheit gebracht. Bis Freitagabend hatten die Behörden in Orissa rund 600.000 Menschen in höher gelegene Gebiete oder Notunterkünfte bringen lassen. So sei zu erwarten, dass der Bundesstaat die volle Wucht des Tropensturms zu spüren bekommen werde, sagte der Minister für Katastrophenschutz, Surya Narayan Patra. Auch aus tiefer liegenden Gegenden dreier besonders unwetterbedrohter Bezirke in Andhra Pradesh wurden zehntausende Anwohner evakuiert. Die Behörden sagten zudem mehrere Feiertagveranstaltungen ab und legten Notfallvorräte an.

Der indische Wetterdienst geht davon aus, dass „Phailin” mit Windgeschwindigkeiten zwischen 210 und 220 Kilometern pro Stunde auf Land treffen wird. Das amerikanische Taifun-Warnzentrum auf Hawaii schätzte den Zyklon noch stärker ein: Windgeschwindigkeiten von 270 Kilometern pro Stunde seien zu erwarten, in Böen sogar bis 315 Kilometern.

„Wenn es kein Rekord ist, wird es sehr, sehr nahe dran sein”, sagte Hurrikanforscher Brian McNoldy. „Phailin” sei größenmäßig nahezu mit „Katrina” vergleichbar, dem Hurrikan, der 2005 New Orleans verwüstete. Mit Blick auf die Windgeschwindigkeit komme er an „Andrew” heran, der 1992 auf Florida und die Karibik traf.