Gerichtsurteil

Jacksons Familie scheitert mit Milliardenklage

Wer trägt die Schuld am Tod von Michael Jackson?

War es der Konzertveranstalter AEG Live zusammen mit Jacksons Leibarzt Conrad Murray, wie die Jackson-Familie behauptet? Oder hatte der gesundheitlich angeschlagene und offensichtlich drogen- und medikamentensüchtige „King of Pop“ seinen Tod selbst verschuldet? Gut fünf Monate verhandelte über diese Fragen ein Gericht in Los Angeles. Nach viertägigen Beratungen lautet das einstimmige Urteil der zwölf Geschworenen: AEG trägt keine Schuld am Tod des Stars, sondern Michael Jackson selbst. AEG-Anwalt Martin Putnam nannte das Urteil einen „großen Sieg“. Es habe von Anfang an keine Beweise gegeben, dass AEG etwas falsch gemacht habe. „Der Tod von Michael Jackson ist eine fürchterliche Tragödie“, sagte Putnam. „Aber es ist keine Tragödie gewesen, für die AEG verantwortlich ist.“

In dem spektakulären Zivilprozess, in dem seit April viele Geheimnisse des „King of Pop“ bekannt geworden waren, hatte die 83 Jahre alte Mutter Katherine mit den Jackson-Kindern Prinz, Paris und Blanket die Firma auf Schadenersatz von mehr als einer Milliarde Dollar (735Millionen Euro) verklagt. Sie hatten dem Veranstalter vorgeworfen, aus Geldgier die Gesundheit von Jackson vernachlässigt zu haben, und behaupteten, AEG und Jacksons Leibarzt Conrad Murray seien verantwortlich für den Tod des Sängers gewesen.

Der „King of Pop“ war am 25. Juni 2009 in seiner Villa in Los Angeles an einer Überdosis des Betäubungsmittels Propofol gestorben, gespritzt von seinem Leibarzt. Jackson war damals mitten in den Proben für seine Comeback-Tour „This Is It“, die AEG organisierte. Jacksons Mutter erklärte nach der Entscheidung des Gerichts in Los Angeles, sie sei mit dem Urteil einverstanden. Den Prozess hatte sie zuvor als eine „Suche nach der Wahrheit“ bezeichnet. Einer ihrer Anwälte sagte dagegen, man sei enttäuscht und werde zu gegebener Zeit weitere Schritte prüfen.