Unglück

„Costa Concordia“: Offenbar letzte Opfer entdeckt

Auf der Suche nach zwei noch immer vermissten Opfern des „Costa Concordia”-Unglücks sind sterbliche Überreste entdeckt worden.

Die Entdeckung sei in der Nähe des Schiffswracks vor der Toskana-Insel Giglio gemacht worden, teilte der italienische Zivilschutz mit.

Spezialtaucher hatten die Suche nach einer italienischen Passagierin und einem indischen Schiffskellner aufgenommen, die seit dem Unglück im Januar 2012 vermisst werden. Die Suche konzentrierte sich auf Brücke 4, wo die Vermissten vor der Havarie des Kreuzfahrtschiffs am 20. Januar 2012 zuletzt gesehen worden waren. Durch die in einer spektakulären Aktion gelungene Aufrichtung des Wracks, das zuvor auf der Seite gelegen hatte, haben sich neue Möglichkeiten für die Suche nach den Leichen eröffnet. So befinden sich Gänge, die zuvor wie tiefe Schluchten wirkten, nun wieder in der Horizontalen, wie Zivilschutzchef Franco Gabrielli zuvor gesagt hatte. Es werde aber weiterhin schwer zugängliche Bereiche in dem Wrack geben. Mit 4229 Menschen an Bord war die „Costa Concordia” bei einem riskanten Manöver auf einen Felsen aufgefahren und anschließend gekentert. Bei dem Unglück starben 32 Menschen, darunter zwölf Deutsche.

In Grosseto wird zurzeit der Prozess gegen den Schiffskapitän Francesco Schettino fortgesetzt, dem mehrfache fahrlässige Tötung, Verursachung von Umweltschäden und Verlassen eines Schiffes in Seenot zur Last gelegt werden. Der Angeklagte macht den indonesischen Steuermann für das Unglück verantwortlich. Seine Verteidiger hat-ten eine neue Untersuchung des Wracks auf mögliche technische Probleme gefordert. Für die neue Beurteilung sollen Gutachter das Wrack in Augenschein nehmen, sobald es gesichert ist. Der Prozess soll am 7. Oktober mit der Anhörung der ersten Zeugen fortgesetzt werden. Weitere für diese Woche vorgesehene Termine wurden abgesagt.