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Angesagte Nudeln

Der Ramen-Burger entwickelt sich in New York zum begehrten Snack

Samstagmorgen in Williamsburg. Leichter Nieselregen, 22 Grad Celsius. Auf dem legendären Essensmarkt Smorgasburg haben die Händler begonnen, ihre Stände aufzubauen. Die BBQ-Grills werden noch einmal gründlich geschrubbt und die ersten Zutaten ausgepackt. Bemalte Plakate preisen bereits das an, was es nach der Eröffnung um 11 Uhr alles zu essen geben soll: Schnitzel im Brötchen, Soba-Nudeln und vieles mehr.

Ein ganz normaler Morgen auf einem der beliebten Märkte im New Yorker Stadtteil Williamsburg. Wäre da nicht diese lange Schlange von Menschen, die nicht so richtig ins Bild passen will. Denn bereits seit sieben Uhr morgens bevölkern Hunderte einen Stand, an dem eine Truppe von acht jungen Leuten in weißen T-Shirts etwas vorbereitet, über das mittlerweile nicht nur die Gourmetszene New Yorks spricht, sondern das ganze Land: der Ramen-Burger–ein Hamburger, eingeklemmt zwischen zwei Nudel-Scheiben. Ramen sind japanische Nudeln.

Nach dem Cronut, einem Hybrid aus Donut und Croissant, der dem Konditormeister Dominique Ansel in seiner Bäckerei in Soho seit Wochen jeden Morgen quasi aus der Hand gerissen wird, hat New York einen neuen, angesagten Snack kreiert.

Die Fans des Ramen-Burgers warten dafür jeden Samstagmorgen drei bis vier Stunden. Bisher wird der Ramen-Burger, der auf etwa 700 Kalorien geschätzt wird, nur auf dem Essensmarkt Smorgasburg an der Kent Avenue nahe dem East River angeboten. Die 350Stück, die über den Tisch gehen, sind in weniger als zwei Stunden vergriffen. Und das trotz eines stolzen Preises von acht Dollar (sechs Euro). Fans, die erst zur Eröffnung des Marktes kommen, gehen dabei meist leer aus – ein knappes Angebot erhöht das Verlangen.

Erfinder dieser neuen „Essens-Sensation“ („New York Post“) ist Keizo Shimamoto, ein Amerikaner japanischer Abstammung. „Ich liebe Ramen, seit ich denken kann“, sagt der 35 Jahre alte ehemalige Computerprogrammierer. Und er sei auch schon immer ein Fan von gut gemachten Hamburgern gewesen. „Der Ramen-Burger ist für mich eine perfekte Kombination.“

Die Menschentrauben vor seinem Stand und den Medien-Hype findet Shimamoto „total verrückt“. Vor wenigen Wochen habe ihn und seinen Ramen-Burger noch niemand gekannt. Jetzt werde er ins Fernsehen zu Erfolgssendungen wie „Good Morning America“ oder die „Today“-Show eingeladen.

„Ich habe mich während einer Reise nach Japan mit Ramen beschäftigt“, sagt Keizo Shimamoto. „Ich bin 28 Tage quer durchs Land gepilgert und habe 55 verschiedene Ramengerichte probiert.“ Sollte der Erfolg seines Burgers anhalten, will Shimamoto ein Ramen-Restaurant eröffnen. Dann soll es auch noch weitere Varianten wie einen Doppel- oder Käse-Ramen-Burger geben.