Urteil

„Falscher Rockefeller“: Deutscher bekommt 27 Jahre Haft für Mord

Der deutsche Einwanderer Christian Karl Gerhartsreiter – besser bekannt als „falscher Rockefeller“ – muss für mindestens 27 Jahre hinter Gitter.

Dies hat ein US-Gericht in Los Angeles entschieden. In dem Indizienprozess ging es um einen Mord im Jahr 1985 an dem Ehepaar Sohus in Kalifornien, mit dem sich der heute 52-jährige gebürtige Bayer angefreundet hatte.

Ein Geschworenengericht hatte Gerhartsreiter bereits am 10. April wegen Mordes schuldig gesprochen. Nun wurde das Strafmaß festgelegt. Er wurde allein für den Mord an dem Ehemann John Sohus verurteilt, dessen Knochen 1994 im Hinterhof seines Hauses ausgegraben worden waren. Von seiner Frau Linda fehlt bis heute jede Spur. Gerhartsreiter war kurz nach der Tat untergetaucht und lebte fortan unter verschiedenen falschen Namen in den USA, unter anderem als angeblicher Millionenerbe Clark Rockefeller. Zudem gab er sich als Filmproduzent und erfolgreicher Spekulant an der Wall Street aus.

Bis zuletzt beteuerte Gerhartsreiter, der wegen Entführung seiner Tochter bereits eine Haftstrafe verbüßt, in dem Mordprozess seine Unschuld. Seine wahre Identität flog auf, als er nach einem Sorgerechtsstreit seine Tochter entführte. Gerhartsreiter weckte das Interesse der Medien, wurde zum Gegenstand von Büchern und Fernsehfilmen. Das Interesse an seiner Person führte dazu, dass die Behörden ihre Ermittlungen wiederaufnahmen. Die Anklage hatte den Deutschen als einen Meisterlügner porträtiert, „der immer eine Lüge in der Hinterhand hatte, um Dinge zu erklären“, dennoch vor fast 30 Jahren Spuren hinterlassen habe, die ihn als Mörder überführten. Der inzwischen von seinem Mandat befreite Verteidiger Jeffrey Denner sagte dagegen, die Anklage habe keine Beweise vorgelegt, die seinen Mandanten überführten.