Vorname

Junge in den USA darf nicht mehr „Messias“ heißen

Er wurde als Messiah in den Gerichtssaal getragen – und kam als Martin wieder heraus.

Ein Gericht im US-Bundesstaat Tennessee hat einen sieben Monate alten Säugling eigenmächtig umbenannt und mit der religiösen Begründung des Urteils für Aufsehen gesorgt. „Das Wort ‚Messiah‘ ist ein Titel, der nur einer Person gebührt, und diese Person heißt Jesus Christus“, sagte Richterin Lu Ann Ballew laut einem Bericht der Zeitung „The Tennessean“.

Demnach begründete die Juristin ihren Beschluss aus der vergangenen Woche damit, dass der Name Messiah (zu Deutsch Messias) Gläubige in dem katholisch geprägten Bundesstaat beleidigen könnte und sie das Kindeswohl im Sinne habe. „Es könnte ihm Probleme mit einer Menge Leute einbrocken“, wurde Ballew von der Zeitung zitiert. Nie zuvor habe sie eine Namensänderung verordnet.

Streit zwischen den Eltern

Dabei sollte Ballew eigentlich nur einen Streit zwischen den Eltern schlichten, die sich nicht darüber einigen konnten, welchen Nachnamen ihr gemeinsames Kind tragen sollte. Die Richterin entschied salomonisch, dass der Junge beide Namen tragen sollte – aber eben nicht seinen bisherigen Vornamen. Ballew legte kurzerhand selbst fest, wie das Baby fortan genannt werden sollte: nämlich Martin. Gegen diese Entscheidung legte die verblüffte Mutter umgehend Berufung ein. Sie und der Vater hätten keine religiösen Motive gehabt, sondern bloß den Klang des Namens gemocht. „Ich hatte nie vor, meinen Sohn nach Gott Messiah zu nennen“, wurde die empörte Frau zitiert. „Und ich hätte nie geglaubt, dass eine Richterin den Namen meines Babys wegen ihrer religiösen Überzeugung ändern kann.“ Die endgültige Entscheidung wird im September erwartet. Das Wort „Messias“ stammt aus dem Hebräischen und bedeutet „der Gesalbte“ – es steht meist für den im Alten Testament der Bibel verheißenen Erlöser.