Personalmangel

Bahn-Chaos in Mainz dauert bis mindestens Ende August

Das Chaos am Mainzer Hauptbahnhof wird sich noch ausweiten und bis mindestens Ende August zu massiven Zugausfällen führen.

„Wir werden uns auch in den nächsten Wochen und Monaten auf dünnem Eis befinden“, sagte der Chef der Bahntochter DB Netz, Frank Sennhenn, am Donnerstag in Mainz. Der Fern- und der Regionalverkehr blieben zunächst bis Ende August eingeschränkt. Der Personalmangel könne nicht kurzfristig behoben werden. Die Zugausfälle werden sich nächste Woche sogar zunächst verschärfen: Die Einschränkungen gelten dann auch tagsüber. „Zurzeit sehen wir uns nicht in der Lage, eine stabile Aussage darüber zu machen, wie es jenseits des August weitergeht“, räumte der Manager ein.

Der DB-Netz-Chef bat für das Chaos um Entschuldigung. „Ich möchte mich ausdrücklich bei den Fahrgästen entschuldigen“, sagte Sennhenn. „Ja, es ist mir peinlich.“ Die Einschränkungen seien nicht absehbar gewesen. „Wir gehen davon aus, dass wir schon einen Imageschaden erleiden werden.“ Kurzfristig kann die Bahn die Probleme nach eigenen Angaben nicht verhindern. Von 15Fahrdienstleitern seien wegen Urlaub und Krankheit derzeit nur acht im Dienst. Nur acht von zehn Schichten könnten deshalb besetzt werden. Bei der Bahn fehlen nach Ansicht der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft mindestens 1000 Fahrdienstleiter.

Ursprünglich sollte das Chaos in Mainz am Sonntag zu Ende sein. Nun wird es noch schlimmer. „Was ab Montag kommt, ist eine Verschlechterung“, sagte Sennhenn. Nur wenige Fernzüge fahren tagsüber und nachts. Beim Regionalverkehr wie Mainz–Alzey gilt Stunden- statt Halbstundentakt. Mit Verspätungen sei im ganzen Rhein-Main-Gebiet zu rechnen. In den letzten beiden Augustwochen soll es von 6 bis 20 Uhr Einschränkungen geben. Der Fahrgastverband Pro Bahn forderte Entschädigungen für Pendler. „Das kann man als Fahrgast nicht einfach hinnehmen“, sagte Sprecher Gerd Aschoff.