U-Haft

Hells-Angels-Chef Frank Hanebuth bleibt hinter Gittern

Der wohl bekannteste und mächtigste deutsche Rocker-Boss, Frank Hanebuth, bleibt auf Mallorca mit 17 weiteren Angehörigen der Hells Angels hinter Gittern.

Nach einer Großrazzia mit 24 Festnahmen und mehreren Verhören habe der Ermittlungsrichter für 18 der Verdächtigen U-Haft angeordnet, berichtet die spanische Nachrichtenagentur EFE unter Berufung auf Justizkreise. Für den 49-jährigen Hanebuth und elf weitere Betroffene sei keine Freilassung gegen Kaution möglich. Der Bande wird unter anderem Erpressung, Nötigung, Geldwäsche, Zuhälterei und Betrug zur Last gelegt.

Bei der Razzia waren auf der Insel vorwiegend Deutsche, aber auch Türken und ein Luxemburger dingfest gemacht worden. Am Zudem seien zwei Polizeibeamte gefasst worden, die der Zusammenarbeit mit den Rockern beschuldigt würden, berichtete EFE. Bei der „Operation Casablanca“ durchsuchten Polizisten mehr als 30 Wohnungen und Lokale. Sie stellten Feuer- und Stichwaffen, zehn Autos, vier Motorräder, mehrere Boote sowie Juwelen und Drogen sicher. Man sei sehr zufrieden, da man verhindert habe, dass sich „eine gefährliche Mafia-Bande“ auf Mallorca niederlässt, so ein Polizeisprecher.

Die zerschlagene Gruppe wollte nach Angaben des Madrider Innenministeriums unter anderem mit dem Bau einer Auto-Rennstrecke Millionensummen waschen. Das Schwarzgeld stammte demnach aus der Ausbeutung von Prostituierten und Schutzgelderpressung. Hanebuth hielt sich nach Erkenntnissen der Behörden seit zwei Monaten auf der Insel auf.