Monarchie

Queen gefällt der Name des Prinzen

George, Alexander und Louis zeigen viel Bewusstsein für Tradition und Familiensinn

George, Alexander, Louis – die Namen des britischen Prinzen sind ein Soufflé aus Erinnerung, Tradition und familiärer Rücksichtnahme. Und eine Ehrung für Englands Nationalheiligen, Saint George. Am meisten freuen darf sich die Urgroßmutter, die Queen. Verweist der Name doch auf ihren Vater, George VI., an dem die Nation sich im Zweiten Weltkrieg aufrichtete und dessen Lieblingstochter sie war. Die lange Reihe der Hannoveraner Könige auf dem britischen Thron begann im Jahr 1714 mit George I., der in Hannover weiterhin „Kurfürst Georg Ludwig“ blieb und in London zum „King George Louis“ wurde. Siehe da, ein Louis!

Alexander darf als Verbeugung vor den Schotten gelten: Schottland hatte im Mittelalter drei Könige mit dem Namen Alexander. Erinnert wird aber auch an Prinz Louis Alexander von Battenberg, den Großvater Prinz Philips. Dieser hatte es in der Royal Navy bis zum Admiral gebracht, unter Marineminister Winston Churchill 1912 sogar bis zum First Sea Lord. Doch die antideutsche Stimmung bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs duldete keinen Deutschen an der Spitze der Navy, und so musste von Battenberg im Oktober 1914 seinen Platz aufgeben und drei Jahre später sogar seinen Namen. Der mutierte zu Mountbatten.

Alexander findet man in der königlichen Linie öfters in seiner weiblichen Form – Alexandra. Etwa bei der Queen: „Elizabeth Alexandra Mary“. Auch ihre Urgroßmutter väterlicherseits war eine Alexandra, Prinzessin von Dänemark, Ehefrau von Edward VII., dem Nachfolger von Queen Victoria.

Mit Louis erweitert sich die Palette. Da rückt Admiral Louis Mountbatten of Burma ins Blickfeld, Prinz Philips Onkel, der 1979 Opfer eines IRA-Attentats wurde. Das traf damals Prinz Charles hart, der sich Earl Mountbatten näher fühlte als dem eigenen Vater. Daher gab er seinem erstgeborenen Sohn William auch Louis mit auf den Weg. Aber kein Name aus der Middleton-Familie? Das Signal ist eindeutig: Die Mutter des künftigen Monarchen ist eine Bürgerliche, aber die Namen ihres Sprösslings gehören allein der Krone und deren Geschichte.

Die Australier, die sich im Namen nicht so recht wiederfinden, haben derweil schon mal ein Geschenk an das potenzielle Oberhaupt des Commonwealth geschickt: ein echtes Krokodil. Das australische Gebiet Northern Territory will das Minikrokodil aber nicht nach London verschiffen, sondern im Crocosaurus Cove-Reptilienpark in Darwin für den Prinzen aufbewahren, wie der Chefminister berichtete. Das Minikrokodil heißt ebenfalls George. Es schlüpfte just an dem Tag, als Kate und Prinz William die Schwangerschaft bekannt gaben. Krokodil George hat seine eigene Facebook-Seite. „Ich hoffe, Baby George kommt mich bald besuchen“, steht darauf. In dem Aquarium gibt es auch Krokodile, die Prinz William und Kate Middleton heißen.

Ach ja. Und ein Schweizer hat den Namen des britischen Thronfolgers richtig getippt und sich die passende Internetseite gesichert: Wie die in Zürich erscheinende „Handelszeitung“ berichtete, reservierte der Geschäftsmann Luc-André Biggs am Mittwochmorgen die Domain georgealexanderlouis.com. Der Name wurde erst am Abend verkündet. Biggs verdient Geld damit, Internetadressen zu registrieren und sie später für teures Geld weiterzuverkaufen.