Tiere

Taucher fast von Buckelwal verschluckt

Video auf YouTube zeigt, wie das Tier dicht neben zwei Tauchern aus dem Nichts auftaucht

Es ist ein Video, das das Herz kurz stolpern lässt. Von solch einer Begegnung träumt jeder Taucher: einmal einem Wal ganz nah kommen. Doch dieser Wunsch brachte jetzt zwei Tauchern vor der Küste Kaliforniens bei Souza Rock vermutlich den Schock ihres Lebens ein. Denn die beiden wären fast von einem Buckelwal verschluckt worden, wie der knapp einminütige Clip auf YouTube. Der Film zählt bereits mehr als drei Millionen Klicks.

Die Szene fängt unspektakulär an: Zwei Taucher in Neoprenanzügen liegen entlang einer Führungsleine ruhig an der Wasseroberfläche, in der Hoffnung, Buckelwale beobachten zu können. Ein paar Wasservögel dümpeln neben ihnen und tauchen immer wieder nach kleinen Fischen ab. Der Blick der Taucher richtet sich nach unten ins Tiefe. Einer der Männer hat eine Unterwasserkamera dabei, ihre Bilder zeigen, wie im grünlichen Wasser Krill wuselt, ein Schwarm kleiner Fische, die Hauptnahrungsquelle der Wale. Man hört das für Wallaute typische Knacken. Dann – ohne jegliche Vorwarnung – springen kleine Fische aus dem Wasser, und zwei Wale schießen durch die Wasseroberfläche, direkt neben den Tauchern. Wasser spritzt, ein lautes Schnaufen ist zu hören. Die Mäuler der Tiere sind geöffnet.

15 Meter breites Maul

„Heilige Scheiße!“, schreit das Crewmitglied, das die Szene vom Boot aus filmt. Nur ein halber Meter weiter nach links, und einer der Taucher wäre im Schlund verschwunden. „Oh, mein Gott!“ Die schockierten Taucher schwimmen sofort zurück zum Boot, wobei der Filmende die beiden auch noch aufzieht: „Jetzt müssen wir wohl ein bisschen mehr machen, um diese Anzüge sauber zu bekommen.“ Für die Buckelwale offenbar das Stichwort zum Abtauchen. Sie verabschiedeten sich mit einem Flossenschlag. Buckelwale können so groß wie Schulbusse werden und wiegen bis zu 50 Tonnen. Die Tiere gelten in der Regel dem Menschen gegenüber als nicht aggressiv, aber im Maul der Tiere zu landen, könnte trotzdem schaden. Das Maul des Tieres ist bis zu 15 Meter breit, aber die Speiseröhre hat nur einen Durchmesser von etwa sechs bis zehn Zentimetern. Um seine Lieblingsspeise Krill zu fressen, schluckt der Wal große Mengen Wasser, das er dann mit seiner kräftigen Zunge wieder herausdrückt. Der Taucher wäre vermutlich zerquetscht worden, wäre er im Maul gelandet. Pro Trag braucht ein Tier etwa zwei bis drei Tonnen dieser kleinen Fischschwärme. Gelegentlich soll es aber auch mal einen Wasservogel erwischen. Wissenschaftler vermuten, dass Wale größere Gegenstände aber nicht verschlucken, weil sie diese zuvor mit ihrem Sonar orten können, auch bei den beiden Walen bei Souza Rock ist anzunehmen, dass die Tiere die Taucher bemerkten und vorher abdrehten.

Dennoch kommt es zu Zusammenstößen, wenn auch extrem selten: 2010 schlug ein zehn Meter langer Glattwal vor Kapstadt mit voller Wucht auf ein Boot auf. Das Tier rutschte sofort wieder vom Boot und zurück ins Wasser.

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