Berlin

„Der Junge sollte Philip heißen“

Die Nachricht über die neugeborene Nummer drei der britischen Thronfolge nahmen am Dienstag viele Menschen in Berlin zum Anlass, Glückwünsche ins Vereinigte Königreich zu schicken.

Allen voran und ganz offiziell Andrew Noble, der stellvertretende britische Botschafter. Er trat in der diplomatischen Vertretung seines Heimatlandes in der Wilhelmstraße vor ein halbes Dutzend Fernsehkameras und zahlreiche Fotografen. Kurz nach 15 Uhr zückte er den blauen Filzstift und schrieb vor den versammelten Pressevertretern den ersten Eintrag auf die „großformatige Glückwunschkarte“, die eher die Maße eines Flipcharts hatte als die einer gewöhnlichen Postkarte. „Wir wollen die nächsten Tage allen Berlinern die Möglichkeit geben, hierherzukommen und ihre Freude auszudrücken“, sagte Andrew Noble. Die Grüße, versicherte der stellvertretende Botschafter, würden dann flugs nach London, in den Kensington Palace, übermittelt.

Auf die Frage nach der lebhaft diskutierten Namenswahl des royalen Nachwuchses von Prinz William und Herzogin Kate, sprach Noble einen klaren Favoriten aus: „Ich finde es einmalig, dass der Urgroßvater diese Geburt noch erleben kann. Der Junge sollte daher Philip heißen“, sagte der Diplomat.

Begeisterung löste der Montag nicht nur auf der Geburtsstation des Londoner St.-Mary-Krankenhauses aus, sondern auch im Kreißsaal des Virchow-Klinikums in Berlin. Nur vier Stunden starke Wehen musste Babla Wamoyo über sich ergehen lassen (bei Kate sollen es zehn gewesen sein), und der Name ihres Sohnes steht auch bereits fest: „Wir nennen ihn Jonas. Er ist unser erster Sohn“, sagte die 33 Jahre alte Kenianerin. „Der Tag ist natürlich für alle, die ein Kind bekommen, ein ganz besonderer“, so die junge Mutter. Einerlei, ob es sich nun um königlichen Nachwuchs handele – oder eben bürgerlichen.

Eine englische Flagge hängt vor dem Laden „Broken English“, den Inhaber Robin Campbell und seine Frau Dale Carr in Kreuzberg betreiben. Das Geschäft führt Souvenirs und Lebensmittel von der britischen Insel. „Es gibt bereits Anfragen von Sammlern, die sich Tassen mit einem Motiv des Nachwuchses wünschen“, sagte die 61-Jährige Dale Carr. Zwar stehe schon die Farbe fest, blau und eben nicht rosa, doch könne die Produktion ohne ein nicht zu vernachlässigendes Detail natürlich noch nicht beginnen: Es fehlt ja noch der Name.