Royals

About a Boy

Kate und William präsentieren ihren Sohn der Öffentlichkeit und fahren zum Kensington Palast

Eingewickelt in eine weiße Decke, geschützt im Arm von Mama und Papa Cambridge: Der kleine britische Prinz hat seine erste Begegnung mit der Weltöffentlichkeit hinter sich gebracht. Das Blitzlichtgewitter und Hunderte jubelnde Menschen schienen ihn nicht zu stören, als er am Dienstagabend aus dem Krankenhaus in London getragen wurde, in dem er rund 26 Stunden vorher geboren worden war.

Friedlich bewegte er seine Hände – fast sah es ein bisschen aus, als übe er sich schon mal im Winken. Rund zwei Minuten lang präsentierten Prinz William und Kate ihren Sohn und beantworteten Reporterfragen. Dann fuhr William seine Familie mit dem Auto nach Hause zum Kensington Palast.

„Er hat ganz schöne Lungen“, scherzte William. Groß sei er, und schwer. „Wir arbeiten noch an einem Namen, aber wir werden sobald wie möglich einen haben.“ Kates Bauch war in einem hellblauen Kleid mit Punkten noch gut zu erkennen, die junge Mutter sah müde, aber glücklich aus. „Es ist sehr emotional, das ist so eine besondere Zeit“, sagte sie.

Der frischgebackene Vater scherzte auch darüber, dass der Kleine eine Weile auf sich hatte warten lassen. „Ich werde ihn an seine Verspätung erinnern, wenn er ein bisschen älter ist.“ Das genaue Geburtsdatum war nicht bekannt gewesen.

Vor allem der 31 Jahre alte William war guter Laune und scherzte mit den Reportern. „Zum Glück hat er ihr Aussehen“, sagte er mit Blick auf Kate. „Nein, nein, da bin ich mir nicht sicher“, antwortete diese. Er verglich seine eigene schwindende Haarpracht mit der seines Sohnes: „Er hat mehr als ich, zum Glück.“

Die junge Mutter bestätigte, dass William schon eine Windel gewechselt habe. Als die drei schließlich mit dem Auto davonfuhren – der Kleine sicher in einem Kindersitz – sah es fast ein bisschen aus, als bringe ein Paar wie jedes andere sein Baby nach Hause. Um das zu unterstreichen, setzte sich William auch noch selbst ans Steuer.

Damit versuchten William und Kate einmal mehr, das Image eines ganz normalen Paares rüberzubringen. Im Gegensatz zu seinem Vater Charles, der vor 31 Jahren bei der Präsentation von William am gleichen Ort in Schlips und Kragen erschien, trug William am Dienstag ein hellblaues langärmeliges Hemd, lässig hochgekrempelt zu einer dunklen Hose. Sie wollen wie eine Familie von nebenan wirken. Von der Sonderstellung und den Privilegien eines Thronfolgerpaars sollte so wenig wie möglich zu spüren sein – auch wenn all das vor der Weltöffentlichkeit und unter dem Kreischen der Fotografen und Schaulustigen stattfand.

Im Laufe des Nachmittags hatten die Großeltern ihren Enkel, der an die dritte Stelle der britischen Thronfolge rückt, erstmals im St Mary's Hospital besucht. Kates Eltern Carole und Michael Middleton kamen am Nachmittag mit einem Taxi vor der Londoner Klinik an. Die Middletons lächelten kurz in die Menschenmenge, bevor sie hineingingen und verbrachten etwa eine Stunde im Krankenhaus. Beim Verlassen der Klinik sagte Kates Mutter der BBC, ihr Enkelsohn sei „wunderschön“. Vater, Mutter und Sohn gehe es sehr gut. Sie lehnte es ab, etwas über mögliche Namen für den Prinzen zu sagen. Prinz Charles und Camilla schauten für zehn Minuten vorbei.

Traditionsgemäß wurden am Dienstagnachmittag 41 Salutschüsse im Green Park in der Nähe des Palastes abgefeuert. Gleichzeitig knallte es am Tower of London 62 Mal, während in Westminster Abbey die Glocken läuteten. Die britischen Medien berichteten flächendeckend über die Geburt und die Feierlichkeiten. Britische Zeitungen druckten am Dienstag Sonderseiten zur Geburt.

Auf den großen Auftritt des kleinen Thronfolgers war wochenlang gewartet worden. Hunderte Fotografen, Kameraleute und Reporter aus aller Welt hatten seit der Ankunft der hochschwangeren Kate in der Klinik am Montag fast ohne Unterbrechung von dort berichtet.