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Auch beim Vaterschaftsurlaub ein Vorbild

Prinz William nimmt sich nach der Geburt des royalen Nachwuchses zwei Wochen frei

Er mag der künftige Thronfolger sein. Aber bei der Elternzeit geht es Prinz William wie allen anderen: Sobald sein Baby auf der Welt ist, bekommt der Helikopter-Pilot bei der Luftwaffe zwei Wochen Urlaub. Und natürlich ist auch das – wie alles um den für „Mitte Juli“ erwarteten royalen Nachwuchs mit seiner Frau Kate – heißer Gesprächsstoff in Großbritannien. Denn von William wird erwartet, dass er als gesellschaftliches Vorbild wirkt, auch wenn es um seinen Vaterschaftsurlaub geht.

Genau wie die britische Gesellschaft hat auch die Königsfamilie ihre Ansichten in Sachen Geburt und Elternschaft in den vergangenen Jahrzehnten modernen Gepflogenheiten angepasst. Williams Vater, Prinz Charles, war bei der Geburt seiner beiden Söhne William und Harry dabei, und die Babys kamen, statt im Palast, in der Klinik zur Welt. Beides war bereits ein Bruch mit der Tradition der Royals. Nun aber wird William der erste aus der engsten Königsfamilie sein, für den der 2003 eingeführte Vaterschaftsurlaub gilt. Einige Fürsprecher der modernen Familie loben William als exemplarisch in einem Land, in dem es für junge Vater lange nicht üblich war, sich freizunehmen. Andere Experten verweisen darauf, dass zwei Wochen nicht reichten und dass die sozialen und wirtschaftlichen Zwänge Väter immer noch davon abhielten, sich um ihre neugeborenen Babys zu kümmern.

160 Euro pro Woche

Nach britischem Recht stehen William zwei Wochen freie Zeit zu, die pauschal bezahlt werden – mit knapp 137 Pfund pro Woche (rund 160 Euro). Der Prinz ist aber doch privilegiert, denn die Streitkräfte zahlen als sein Arbeitgeber etwas mehr, nämlich das volle Gehalt für zwei Wochen. Nach Statistiken der Regierung nehmen zwei Drittel der jungen Väter in Großbritannien den Vaterschaftsurlaub in Anspruch – allerdings weniger als die Hälfte die gesamten zwei Wochen. Einige können den Urlaub nicht nehmen, weil sie selbstständig sind oder seit mehr als sechs Monaten ohne bezahlte Beschäftigung. Aber es gibt auch Väter, die es sich schlicht nicht leisten können. Der Großteil der britischen Elternzeit steht den Müttern zu. Sie können sich bis zu ein Jahr von der Arbeit freistellen lassen. Allerdings werden auch sie nur 39 Wochen lang bezahlt und keineswegs mit dem vollen Gehalt. Vor kurzem wurde eingeführt, dass die Väter einen Teil dieser Elternzeit von den Müttern übernehmen und bis zu sechs Monate freinehmen können, wenn ihre Partnerin früher wieder arbeiten geht. Aber genutzt wird das bisher kaum.

Jeremy Davies vom „Fatherhood Institute“ findet auch, dass William mit seiner Elternzeit ein Vorbild sei – im Rahmen seiner Möglichkeiten. „Wirklich fantastisch wäre es, wenn Prinz William sich für einige Zeit freinähme, um sich im ersten Jahr hauptsächlich um das Kind zu kümmern“, sagt er. „Das ist es, was eine wirklich enge Beziehung zum Kind schafft.“