Ermittlungen

Verdächtiger im Mordfall der Lübecker Joggerin schweigt

Ein im Mordfall einer Lübecker Joggerin festgenommener Tatverdächtiger schweigt zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen.

Das sagte der Leiter der Schweriner Staatsanwaltschaft, Klaus Müller, am Donnerstag in Schwerin. Ein Spezialkommando der Polizei hatte den 45-Jährigen in der Nacht zum Donnerstag in seiner Lübecker Wohnung festgenommen. Er soll eine 29 Jahre alte Joggerin am Sonntag in einem Waldgebiet in Herrnburg in Nordwestmecklenburg, nahe der Grenze zu Schleswig-Holstein, erstochen haben. Die Wohnung befindet sich etwa 1,5 Kilometer vom Tatort entfernt.

Die Ermittler seien dem Mann mittels eines DNA-Vergleichs auf die Spur gekommen. Von dem Mann habe es DNA-Material in der Datenbank der Polizei gegeben. Der geschiedene Arbeitslose sei 1989 nach einer versuchten Vergewaltigung zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden, die er auch komplett abgesessen habe.

Die 29-Jährige war am Sonntagvormittag in dem Waldgebiet an der ehemaligen innerdeutschen Grenze erstochen worden. Passanten fanden die Tote am alten Kolonnenweg. Die Frau, die nach Medienberichten in Italien lebte und ihre Eltern in Lübeck besucht hatte, hinterlässt ein zweijähriges Kind.

Die Kriminalpolizei in Schwerin ermittelte mit einer 25-köpfigen Mordkommission. Mehrere Zeugenaufrufe wurden gestartet, ein Foto der Getöteten wurde veröffentlicht. Daraufhin gingen zahlreiche Hinweise bei den Ermittlern ein. Ob einer dieser Hinweise zur Festnahme des Tatverdächtigen führte, wurde zunächst nicht mitgeteilt.

Auch zu diesem Fall gab es Parallelen: Mitte Mai 2011 war im Lübecker Stadtteil Buntekuh eine 25-jährige Studentin am frühen Abend von einem Unbekannten angegriffen worden. Als sie beim Joggen kurz stoppte, um ihre Turnschuhe zu überprüfen, nahm sie aus den Augenwinkeln heraus eine männliche Person wahr. Kurz darauf wurde sie von hinten angegriffen.