Bildung

Abitur-Debakel: Gewerkschaft will Schule schließen

Das bayerische Kultusministerium hat den Vorwurf zurückgewiesen, an der Abi-Pleite einer Privatschule in Schweinfurt mit schuld zu sein.

Es sei völlig unrealistisch, dass man Privatschulen an einem Gängelband führen könne, sagte am Dienstag ein Ministeriumssprecher in München. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert die Schließung der Fachoberschule, an der alle 27 Schüler einer Klasse durch die Abiturprüfung gefallen waren.

Der Schule sei es offensichtlich nicht gelungen, den Schülern die im Lehrplan vorgegebenen Inhalte angemessen zu vermitteln, sagte die Vorsitzende der GEW Bayern, Gele Neubäcker. Auch die Schulaufsicht habe versagt. Das Kultusministerium hätte aus GEW-Sicht rechtzeitig tätig werden müssen, da auch private Schulen der Aufsicht des Staates unterlägen.

Auch der Chef des Deutschen Philologenverbands, Heinz-Peter Meidinger, gab dem Ministerium eine Mitschuld: Es sei gegenüber Schülern und Eltern nicht verantwortbar, eine private Fachoberschule zwei Jahre lang arbeiten zu lassen, um dann bei der Abschlussprüfung deren Komplettversagen festzustellen. Der „katastrophale Leistungsstand“ der Schüler sei auch ein Beleg für die fehlende Kompetenz der Lehrer dort.

„Herr Meidinger sollte sich intensiv und ausführlich über die Rechtslage der Privatschulen informieren“, konterte der Ministeriumssprecher. Die Schule sei vom zuständigen Ministerialbeauftragten während der vergangenen zwei Jahre mit Informationen, Ratschlägen und Hinweisen begleitet worden.