Unglück

Arizona setzt Flaggen auf halbmast

Bestürzung nach dem rätselhaften Tod von 19 Feuerwehrleuten. Buschbrände breiten sich aus

Nach dem Tod von 19 Feuerwehrmännern bei Buschbränden im US-Bundesstaat Arizona haben Experten die Suche nach der Unglücksursache eingeleitet. Die Männer hätten offenbar ihre Schutzplanen geöffnet, bevor sie den Flammen zum Opfer gefallen seien, sagten Behördenvertreter. Während sich die Brände in Arizona weiter ausbreiteten und von starkem Wind angefacht wurden, wurde die Zahl der eingesetzten Feuerwehrleute verdoppelt.

Die 19 Feuerwehrmänner waren am Sonntag bei dem Versuch, die Flammen auf der Anhöhe von Yarnell einzudämmen, gestorben. Sie gehörten einer Elitetruppe von 20 Männern an, die körperlich fit und besonders gut für die Brandbekämpfung ausgebildet sind. Die Behörden leiteten Ermittlungen ein, um herauszufinden, wie den Profis das Unglück zustoßen konnte. Offenbar hätten die Männer ihre Schutzplanen verwendet, die als letzte Rettung dienen sollen.

Die Gouverneurin von Arizona, Jan Brewer, sagte, das Feuer von Yarnell Hill habe sich zu einem Feuersturm entwickelt, der die Männer überrollt habe. Einheiten wie diese kämpfen an vorderster Front bei Bränden und graben Brandschneisen, um die Flammen zu stoppen. Die Gouverneurin würdigte die „mutigen Männer der Granite Mountain Hotshots“, wie die Elitetruppe genannt wurde.

Brewer ordnete an, dass die Flaggen in dem Bundesstaat auf halbmast gesetzt werden. Vor der Feuerwehrwache der Einheit in Prescott wurde ein improvisiertes Denkmal aufgebaut. 19 Wasserflaschen wurden in der Form eines Herzens aufgestellt, am Zaun wehten US-Flaggen. Die sterblichen Überreste der Feuerwehrmänner wurden in Fahrzeugen der Rechtsmedizin nach Phoenix gebracht. Nach Angaben der Behörden waren 14 der 19 verstorbenen Männer jünger als 30 Jahre. Der Jüngste war demnach 21 Jahre alt, der Älteste 43.

Die Behörden veröffentlichten am Montag die Namen der Opfer. Juliann Ashcraft, die ihren Mann Andrew bei dem Unglück verlor, äußerte sich auf der Internetseite „AZ Central“. „Sie starben als Helden, wir werden sie vermissen, wir lieben sie“, sagte Ashcraft. Sie habe von der Tragödie erfahren, als sie mit ihren vier Kindern ferngesehen habe.

Nach Angaben des Nationalen Feuerschutzverbands handelte es sich um das schwerste Unglück dieser Art in den Vereinigten Staaten seit 80 Jahren. Im Jahr 1933 waren bei einem Brand in Los Angeles 33 Feuerwehrleute getötet worden. Bei den Terroranschlägen auf die Zwillingstürme des World Trade Center in New York wurden am 11. September 2001 340 Feuerwehrleute getötet.

Das Feuer von Yarnell Hill ist das schlimmste von mehreren, die seit Freitag in Arizona wüten. Seine Fläche vervierfachte sich bis Montag. Inzwischen seien auf der Anhöhe von Yarnell rund 3200 Hektar Land durch das Feuer zerstört worden, teilten die örtlichen Behörden mit. Am Sonntag hatten sie die Größe des betroffenen Gebiets noch mit 800 Hektar angegeben.

Weiterhin wurde mit starkem Wind gerechnet, der die Brände immer wieder anfachen könnte. Erschwerend komme hinzu, dass die Winde ihre Richtung änderten, sagte ein Sprecher der Behörden, Dennis Godfrey. Die Zahl der eingesetzten Feuerwehrleute wurde von 200 am Sonntag auf rund 400 verdoppelt.