Klima

Gluthitze im Wilden Westen

Dutzende US-Städte verzeichnen Temperaturrekorde

Eine gewaltige Hitzewelle lässt Temperaturrekorde in zahlreichen Städten im Westen der USA purzeln. In Salt Lake City im Bundesstaat Utah wurden am Wochenende 41 Grad gemessen, mehr als 2000 Kilometer südöstlich in Corpus Christi an der Golfküste von Texas zeigte das Thermometer 42 Grad an – so viel wie nie zuvor.

In der Glücksspielmetropole Las Vegas waren es 46 Grad, der Rekord liegt bei 47 Grad. Dabei erlag in Las Vegas ein Mann einem Herzversagen in seinem unklimatisierten Haus. Helfer berichteten im Fernsehsender CNN von weiteren Notrufen.

Dutzende weitere Städte von Palm Springs in Kalifornien bis Medford in Oregon meldeten Allzeit-Temperatur-Höchststände. „So ziemlich die gesamte Westküste ist betroffen“, sagte der Meteorologe Todd Lericos vom Nationalen Wetterdienst.

Hunderte Menschen mussten wegen hitzebedingter Symptome behandelt werden. Gemeindezentren, Büchereien und Obdachlosenheime wurden mit zusätzlichen Klimageräten ausgestattet. Die Behörden warnten vor zu langen Aufenthalten im Freien und potenziell tödlichen Hitzschlägen. In Phoenix im Bundesstaat Arizona, wo am Sonntag 47 Grad erwartet wurden, bekamen die Tiger im Zoo tiefgefrorene Forellen zur Abkühlung.

Selbst der Flugverkehr war beeinträchtigt – die Maschinen bekamen hitzefrei. Ein Sprecher der Gesellschaft US Airways erklärte CNN, dass am Sonnabend 18 Flüge in Phoenix (Arizona) gestrichen werden mussten, weil die Werte dort mit 48 Grad Celsius die zulässige Starttemperatur für die Maschinen überschritten habe.

Im Death Valley, einem der wärmsten Punkte der Erde im Osten Kaliforniens, stiegen die Werte sogar auf rund 53 Grad Celsius. Entspannung ist nicht in Sicht. Meteorologen warnen, dass die brütenden Temperaturen sich bis Mittwoch halten oder gar noch steigen könnten.

Unterdessen richteten heftige Regenfälle am Wochenende an der Ostküste der USA schwere Schäden an. Zahlreiche Häuser wurden zerstört, ganze Regionen standen unter Wasser. Im Bundesstaat New York wurde am Sonntag noch immer eine Frau vermisst, deren Wohnwagen am Freitag von den Fluten weggespült worden war. Rettungskräfte suchten die Gegend am Fluss Mohawk nahe der Ortschaft Albany weiter mit Hubschraubern ab. In mehreren Bundesstaaten herrschte der Notstand. In Pennsylvania wurde nach Polizeiangaben ein Mann von einem reißenden Strom erfasst, als er sein vierrädriges Geländemotorrad retten wollte.

Besonders betroffen war der Staat New York, wo innerhalb kürzester Zeit Flüsse über ihre Ufer traten. Gewaltige Wasserströme rissen mit sich, was ihnen im Weg stand. „Die Wassermassen kamen aus dem Nichts und zerstörten die Häuser innerhalb von wenigen Minuten“, sagte Gouverneur Andrew Cuomo Journalisten am Sonnabend. „Das Schlimmste haben wir jedoch überstanden.“ Hunderte Menschen mussten bis Sonntag weiter in Notunterkünften hausen.