Kirche

Papst Franziskus findet freundliche Worte für Benedikt

Papst Franziskus hat die Gewissensentscheidung seines Vorgängers Benedikt XVI. zum Amtsverzicht gewürdigt.

Mit großer Unterscheidungskraft und Mut sei dieser seinem Gewissen und „dem Willen Gottes gefolgt, der zu seinem Herzen gesprochen habe“, sagte Franziskus am Sonntag auf dem Petersplatz. Anlass war der „Tag des Papstes“, der am Sonntag in Italien begangen wird, aber auch Ausführungen zur Rolle des Gewissens mit Bezug auf das Tagesevangelium.

Der Mensch müsse stets seinem Gewissen folgen; er habe diese innere Freiheit, unterstrich der Papst, so wie auch Jesus sich nach seinem Gewissen gerichtet habe. Das bedeute nicht, sich nur nach seinen Wünschen, Interessen und seiner Bequemlichkeit zu richten, stellte Franziskus klar. Das Gewissen sei vielmehr der „innere Raum des Zuhörens auf die Wahrheit, auf das Gute, das Hören auf Gott“. Es sei der innere Ort der Beziehung des Einzelnen zu Gott, der dem Menschen bei Entscheidungen helfe, den richtigen Weg zu gehen und die korrekte Entscheidung zu treffen. Auch Jesus sei seinem Gewissen gefolgt, als er zu seinem letzten Weg nach Jerusalem hinaufstieg, betonte Franziskus in seiner Ausführung. Er sei nicht einfach von Gott „ferngesteuert“ worden. Er habe seine Gewissensentscheidung jedoch nicht allein, sondern in voller Übereinstimmung mit seinem Vater und in Gehorsam gegenüber diesem getroffen. Wörtlich sagte Franziskus zum „wunderbaren“ Beispiel seines Vorgängers: „Papst Benedikt XVI. hat uns ein großes Beispiel in diesem Sinne gegeben, als Gott ihm im Gebet zu verstehen gab, was der Schritt war, den er tun musste. Er ist mit großer Unterscheidungskraft und Mut seinem Gewissen gefolgt, also dem Willen Gottes, der in seinem Herzen sprach.“

Franziskus ist seit dem Wochenende als lebensgroße Statue in Buenos Aires, der Hauptstadt seines Heimatlandes, zu sehen. Sie steht neben einer zwei Meter großen Madonna.