Drahtseilstunt

Balanceakt über dem Grand Canyon

Dem Schicksal seines Großvaters ist er entronnen: Der 34-jährige US-Abenteurer Nik Wallenda hat als erster Mensch auf einem Hochseil den Grand Canyon überquert.

Anders als sein Großvater, der 1978 bei einem Stunt zwischen zwei Wolkenkratzern abstürzte und starb, kam er am Sonntag (Ortszeit) nach knapp 23 Minuten und 426 Metern wohlbehalten auf der anderen Seite an. Der Enkel war bei dem aktuellen Stunt nicht gesichert. Ohne eine konkrete Summen zu nennen, berichtete Wallenda, dass der Drahtseilakt für ihn durch einen Vertrag mit dem US-Sender Discovery „außerordentlich lukrativ“ sei. Das Studium seiner Kinder sei „bereits bezahlt“, und er könne für seine Rente etwas ansparen.

Nach den ursprünglichen Planungen wollte Wallenda unterwegs live Fragen von Journalisten beantworten. Dies unterblieb jedoch angesichts starker Windböen. Wallenda zeigte sich beeindruckt von den Böen, die nach seinen Worten bis zu 56 Stundenkilometer erreichten – sodass er sich zwei Mal auf das Seil kauern musste.

Die Übertragung des Drahtseilaktes im Fernsehen und im Internet wurde um einige Sekunden verzögert, um im Ernstfall kurzfristig abschalten zu können und keinen Todessturz zu verbreiten. Der Tod schrecke ihn nicht, hatte Wallenda wenige Tage vor dem Rekord gesagt. Er wolle bei dem Gang über den Grand Canyon aber nicht sterben, sondern „lieber als Hundertjähriger im Bett neben meiner Frau“. Wallenda schrieb bereits im Juni 2012 Geschichte, als er als erster Mensch seit über 100 Jahren auf einem Hochseil über die Niagarafälle spazierte. Der Sender ABC hatte damals auf einem Sicherheitsgurt bestanden.