Ermittlungen

Hat die Mafia Gewerkschaftsboss Jimmy Hoffa zerstückelt?

Auch 38 Jahre nach dem mysteriösen Verschwinden von Amerikas berühmtesten Gewerkschaftsboss Jimmy Hoffa bleibt einer der größten Kriminalfälle des Landes weiterhin ungeklärt.

Eine dreitägige Suche in dieser Woche nach den Überresten von Hoffa auf einem Feld nahe Detroit im US-Bundesstaat Michigan blieb ohne Erfolg.

Der Mafia-Boss Anthony „Tony“ Zerilli hatte gegenüber den Behörden behauptet, der mächtige und umstrittene Arbeitnehmervertreter, der auch enge Kontakte zum organisierten Verbrechen pflegte, sei 1975 ermordet und auf einen Gelände in Oakland Township verscharrt worden. Die Stelle liegt nur 32 Kilometer von dem Ort entfernt, wo Hoffa zuletzt gesehen wurde. Das FBI glaubte dem heute 85-jährigen Mafioso und begann daraufhin große Teile des Feldes umzugraben. „Natürlich sind wir enttäuscht“, sagte der Leiter der Suchaktion, Detroits FBI-Chef Robert Foley. Man sei sehr optimistisch gewesen, Spuren von Hoffa zu finden. „Nach drei Tagen muss ich jedoch eingestehen, dass wir leider keine Beweise entdeckt haben, die zur Aufklärung des Falles beitragen könnten“, sagte Foley. „Wir werden seine Leiche niemals finden“, sagt jetzt ein FBI-Agent, der von Anfang an in den Fall involviert war und heute anonym bleiben will. „Hoffa wurde in einer Häckselmaschine zerstückelt.“

Laut dem Ermittler sei Hoffa auf dem Parkplatz von dem Mafioso Charles „Chuckie“ O’Brian abgeholt und in einen bereitstehenden Wagen gelockt worden. Auf der Rückbank sollen Provenzano und Giacolone gesessen haben, mit denen sich Hoffa treffen wollte. Im Jahre 2000 fand die Polizei nach einer DNA-Analyse Beweise, nach denen Hoffa tatsächlich in dem Wagen gesessen haben muss. O’Brian konnte eine Mittäterschaft nie nachgewiesen werden. Provenzano starb 1998, Giacolone 2001. Als die vier den Parkplatz verlassen hatten, habe Provenzano Hoffa umgebracht. „Er hat ihn mit seinen eigenen Händen erwürgt“, so der FBI-Mann. Danach sei die Leiche 25 Kilometer weiter nach Inkster, einem Vorort von Detroit gefahren worden, wo Hoffa dann in eine Häckselmaschine gesteckt worden sei.