Selbstjustiz

Mutmaßlicher Vergewaltiger lebendig begraben

Dorfbewohner im Süden Boliviens haben einen Mann im Grab der Frau lebendig begraben, die er mutmaßlich vergewaltigt und ermordet hatte.

Von diesem grausamen Fall von Selbstjustiz berichteten am Donnerstag (Ortszeit) ein Staatsanwalt und der Reporter eines Indio-Radiosenders, der seinen Namen aus Furcht vor Repressalien nicht genannt wissen wollte. Die Polizei hatte den 17-jährigen Santos Ramos als mutmaßlichen Mörder der 35-jährigen Leandra Arias Janco identifiziert. Das teilte der Oberstaatsanwalt der Provinz Potosi, José Luis Barrios, mit. Daraufhin hätten mehr als 200 Einwohner der Siedlung Ramos in ihre Gewalt gebracht und ihn mit seinem mutmaßlichen Opfer bei lebendigem Leib begraben, sagte Barrios. Am Donnerstag hätten sie die Straße zu ihrem Dorf blockiert und verhindert, dass Polizisten und Staatsanwälte es erreichten. Der Radioreporter sagte, Ramos sei bei der Beerdigung der Frau gefesselt worden. Die Trauernden hätten ihn dann in das offene Grab gestoßen, den Sarg auf ihn gelegt und es mit Erde aufgefüllt.