Kriminalität

Film-Raubkopierer aus Kino.to-Umfeld festgenommen

Zwei Jahre nach der Abschaltung des illegalen Filmportals Kino.to haben Ermittler einen weiteren mutmaßlichen Raubkopierer in Schleswig-Holstein aufgespürt.

Der Mann soll rund 120.000 Filme bei Kino.to oder anderen Streamingportalen zugänglich gemacht haben. Bereits am vergangenen Mittwoch sei die Wohnung des Beschuldigten durchsucht worden, sagte Wolfgang Klein, Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft in Dresden.

Gegen den sogenannten Uploader, der im Internet unter dem Namen „Hologramm“ aktiv war, werde wegen gewerbsmäßiger Urheberrechtsverletzung ermittelt. „Der Beschuldigte war kooperativ und hat seinen Tatbeitrag vollumfänglich eingeräumt“, sagte Klein. Deswegen sei er auf freiem Fuß geblieben. Nähere Angaben, auch zum Wohnort, machte die Staatsanwaltschaft nicht. Nach der Zerschlagung von Kino.to habe der Mann die Raubkopien auf anderen Portalen hochgeladen oder verlinkt.

Die führenden Köpfe von Kino.to, darunter der Gründer aus Leipzig und der Chefprogrammierer aus Hamburg, waren in den vergangenen beiden Jahren zu Haftstrafen verurteilt worden. Sie hatten Geständnisse abgelegt. Der Kino.to-Gründer erhielt viereinhalb Jahre Haft, der technische Mastermind drei Jahre und zehn Monate. Nach Angaben von Klein sind die Ermittlungen im Kino.to-Komplex aber längst noch nicht abgeschlossen. „Wir haben erst mal die Führungsriege abgearbeitet und schauen als Nächstes, wie es mit der Strafbarkeit der Uploader aussieht. Jetzt haben wir einen identifizieren können, es kann morgen den Nächsten treffen.“