Familie

Spenderkind Sarah trifft sich erstmals mit ihrem Vater

Ihr Fall schrieb bundesdeutsche Rechtsgeschichte.

– Die Studentin Sarah P. klagte vor dem Oberlandesgericht Hamm, um den Namen ihres leiblichen Vaters zu erfahren. Gezeugt wurde die junge Frau durch eine Samenspende, die das Zentrum für Reproduktionsmedizin in Essen vermittelte hatte. Anfang der 90er-Jahre hatte sich Sarahs Mutter dort behandeln lassen. Im Februar dieses Jahres bekam Sarah P. Recht und Zugang zu den Daten, die über den Spender mit der Identifikations-Nummer 261 in dem Klinikum gespeichert waren.

Nun, lediglich knapp drei Monate später, hat sie die junge Frau ihr endgültiges Ziel erreicht: Sarah P. hat ihren biologischen Vater tatsächlich gefunden und auch schon getroffen, berichtet die Sendung „Stern TV“. „Es war toll – erst war ich ziemlich aufgeregt, aber am Ende auch erleichtert“, sagte Sarah P. den Reportern der RTL-Sendung. „Ich bin sehr glücklich! Und irgendwie ist es für mich auch wie ein Schlussstrich.“

Vater meldete sich per Email

Hubertus (Name geändert) hatte sich nach einem TV-Auftritt Sarahs per Email bei seiner Tochter ihr gemeldet, nachdem er sich sicher war, ihr leiblicher Vater zu sein. Warum der Mann damals zum Spender wurde, weiß Sarah P. nun auch: „Hubertus hat mit seinen Samenspenden damals sein Studium finanziert“, verriet die 22-Jährige „Stern TV“-Moderator Steffen Hallaschka. Insgesamt acht Jahre lang habe er unter der Nummer 261 gespendet. Jetzt stehen Tochter und Vater im regelmäßigen Mailkontakt und wollen sich bald wieder treffen. Um sicher zu sein, dass Hubertus tatsächlich Sarahs leiblicher Vater ist, haben die beiden sogar noch einmal einen DNA-Abgleich gemacht.

„Nach dem Test stand fest, dass er zu 99,9 Prozent mein Vater ist“, so Sarah P. Zuvor habe es aber auch schon andere Details gegeben, die ihr bei dem Treffen an dem Mann aufgefallen seien: „Wir haben dasselbe Kinn und unser Lächeln ist gleich“, erzählt sie.