Kriminalität

Niederlande: Leichen von zwei Jungen gefunden

Täter ist möglicherweise der 38-jährige Vater der beiden

Knapp zwei Wochen nach ihrem Verschwinden sind zwei Kinder in den Niederlanden ermordet aufgefunden worden. Der Täter war mit größter Wahrscheinlichkeit ihr Vater, der anschließend Selbstmord beging. Die Leichen der sieben und neun Jahre alten Brüder Julian und Ruben wurden am Pfingstsonntag nach Hinweisen eines Passanten aus einem Wassergraben bei der Ortschaft Cothen unweit ihrer Heimatstadt Zeist geborgen.

„Das Leid der Mutter ist unermesslich groß“, sagte der Zeister Bürgermeister Koos Janssen bei einer Pressekonferenz am späten Sonntagabend. Aus allen Teilen der Niederlande gingen Trauer- und Beileidsbekundungen ein, vielfach über soziale Netzwerke und Kondolenz-Internetseiten. In Absprache mit der Familie und gesellschaftlichen Organisationen würden öffentliche Trauerveranstaltungen angeboten, kündigte der Bürgermeister an. Der 38-jährige Vater der Brüder war am 7.Mai im Waldgebiet Het Doornse Gat unweit von Zeist (Provinz Utrecht) tot aufgefunden worden. Nach Polizeiangaben hat er sich erhängt. Der Mann hatte die Kinder am Vortag bei deren Mutter zu einem vereinbarten Ausflug abgeholt. Von ihnen fehlte seither jede Spur.

Das Verhältnis der seit 2008 geschiedenen Eltern galt Medienberichten zufolge seit Langem als äußerst gespannt. Immer wieder hätten sie sich vor den Jungen heftig gestritten. Zudem sei der Vater der Kindesmisshandlung verdächtig worden, wie das zuständige Jugendamt bestätigte. Die Eltern waren für den 7.Mai zu einem Gespräch ins Jugendamt bestellt worden. Dabei ging es um die Frage, ob die Brüder bis auf Weiteres unter behördliche Aufsicht gestellt und damit die Erziehungsrechte der Eltern eingeschränkt werden müssen.

Der Vater habe zuvor mehrfach mit einem „Familiendrama“ gedroht und die Morde vermutlich seit Längerem geplant, hieß es in Ermittlerkreisen. Darauf deute auch hin, dass er mit den Kindern im Auto zunächst mehrere Orte aufsuchte, die für ihn einst wichtig waren. Dies sei möglicherweise eine „Abschiedstour“ gewesen.

In den Wochen seit dem Verschwinden der Kinder hatten Hunderte Polizisten – unterstützt von insgesamt mehr als 1000 Freiwilligen – an verschiedenen Orten nach ihnen gesucht.