Kurios

Merkwürdiger Druckabfall

Riesige Quietscheente in Hongkong verliert Luft. Spekulationen im Netz

Irgendwie ist ziemlich die Luft raus aus der neuen Attraktion Hongkongs. Statt der 16,5 Meter hohen knallgelben Quietscheente, die majestätisch im Victoria Harbour schwimmt, dümpelt seit Mittwoch nur noch eine recht platte Plastikfolie im Wasser. Der Veranstalter spricht von einem schnellen Check des Entenkörpers, im Internet spekulierten Fans allerdings bereits über einen ganz anderen Grund für das doch recht schnelle Dahinsinken des Tiers: die Vogelgrippe, möglicherweise in einer besonders gefährlichen und bisher unbekannten Variante für extra große Schwimmtiere.

Zumindest war die Ente erst einmal ein großes Thema bei Siona Weibo, der chinesischen Version des Kurznachrichtendiesntes Twitter. Dort wurde auch spekuliert, das die Wasserqualität in Asien offenbar zu heftig war. Auch Überstunden sieben Tage in Folge könnten das Tier demnach dahingerafft haben, wie der Nutzer Huxiang Mountain Person schrieb.

Die Ente, ein Konzeptkunstwerk des niederländischen Künstlers Florentijn Hofman tauchte am 2. May in Hongkong auf – Schlepper zogen es an Ausflugsbooten, Fähren und Frachtschiffen an der imposanten Skyline der Stadt vorbei zum dauerhaften Rastplatz. Vorher hatte sich das Tier bereits unter anderem im niederländischen Amsterdam, im australischen Sydney und im brasilianischen São Paulo niedergelassen – ohne größere Probleme. Selbst das Wasser in Osaka, vielleicht nicht das Chinesische Meer, aber immerhin auch in Asien, konnte dem Tier nichts zuleide tun.

„Die Gummiente kennt keine Grenzen, sie diskriminiert keine Menschen und hat keine politische Bedeutung“, sagt Hofman auf seiner Homepage. Ob das Tier gegen einschlägige Krankheiten geimpft war, ließ sich zunächst nicht feststellen.

In Hongkong hatte das Einkaufszentrum Harbour Mall direkt am Hafen sich dafür eingesetzt, dass die Ente einschwimmen konnte. Das Zentrumsmanagement hatte jetzt auch gemeldet: „Achtung Entenfans! Die Gummiente braucht etwas Ruhe und eine kurze Untersuchung. Die Gummiente werde ihre Entenform sehr schnell wieder annehmen.“

Viele Hongkonger waren enttäuscht. „Ich habe mir extra freigenommen, um die Ente zu sehen und jetzt das“, sagte die 45-jährige Mirinna Chan. Sie fühlte sich an ihre Kindheit erinnert, als sie im Meer badete. „Wir hatten immer ein oder zwei Gummienten in unserer Nähe.“ Jetzt hoffen viele darauf, dass es doch nicht die Grippe war oder vielleicht eine im rauen Wasser des Hafens dahinschwimmende Stahlstange, sondern wirklich nur ein Techniker, der die Ente jetzt einem Blitzcheck unterzieht. Und danach den Kompressor anwirft. Hongkong kann dieser Tage eine stolze gelbe Ente gebrauchen. Der Himmel ist grau, und es regnet.

Gebucht war das Tier übrigens bis zum 2. Juni.