Naturkatastrophe

Schweres Erdbeben erschüttert iranische Grenzregion

Geoforschungszentrum in Potsdam gibt Stärke mit 7,6 an. Pakistan meldet bislang 34 Tote

Ein heftiges Erdbeben hat erneut den Iran erschüttert und im Grenzgebiet zu Pakistan mehrere Menschen in den Tod gerissen. Die iranischen Behörden bestätigten die von Medien zunächst gemeldete Zahl von 40 Toten zunächst nicht, sondern sprachen von zahlreichen Verletzten. Radio Pakistan berichtete, auf der pakistanischen Seite seien 34 Menschen ums Leben gekommen. Der Erdstoß erreichte am Dienstag nach Angaben der US-Erdbebenwarte die Stärke 7,8 und war bis Indien und in die Golfstaaten zu spüren. Die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete, 20 Rettungsteams seien ins Erdbebengebiet entsandt worden. Es sei das stärkste Beben der vergangenen 40 Jahre im Iran.

Das Geoforschungszentrum in Potsdam (GFZ) gab die Stärke mit 7,6 an, Fars mit 7,5. Geophysiker Joachim Saul vom GFZ sagte, glücklicherweise habe sich das Beben mit 90 Kilometern in großer Tiefe ereignet. Je näher sich die Bewegungen an der Erdoberfläche abspielten, desto verheerender könnten die Auswirkungen sein. Erst am Dienstag letzter Woche waren bei einem Erdbeben im Iran 37 Menschen ums Leben gekommen, 850 wurden verletzt. In der Gegend richten Erdbeben immer wieder schwerste Schäden an, Zehntausende Menschen kamen bei Erdstößen in den letzten Jahrzehnten um.

Der jetzige Erdstoß im Südosten des Iran war selbst in der indischen Hauptstadt Neu-Delhi zu spüren, die mehr als 1500 Kilometer vom Zentrum des Bebens entfernt liegt. Auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Saudi-Arabien ließ das Beben Häuser zittern. Die Behörden in den arabischen Staaten registrierten jedoch keine Opfer oder größere Schäden. Die Website der Zeitung „Gulf News“ aus Dubai meldete, in einigen Häusern seien Gläser umgefallen. In Saudi-Arabien spürten vor allem die Bewohner der Ostprovinz und der Stadt al-Dschubail den Erdstoß deutlich. In der Hauptstadt Riad war nur ein leichtes Zittern wahrzunehmen.

Der Gouverneur der betroffenen iranischen Stadt Sarawan, Mohammad Sharif-Khaleqi, sagte, 27 Menschen seien verletzt worden. Die Zahl der Toten, die der iranische Sender Press TV zunächst mit 40 angegeben hatte, bestätigte er nicht. Das Beben habe ältere Häuser in Sarawan beschädigt, sagte er der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur Irna. Viele Häuser in der ländlichen Gegend sind aus Lehmziegeln gebaut. GFZ-Geophysiker Saul sagte, nach dem Erdbeben müsse mit Nachbeben gerechnet werden. „Das ist bei der gemessenen Stärke von 7,6 sehr wahrscheinlich.“ Grund sei, dass sich mehrere Erdplatten aufeinander zubewegten. „Gebirge werden aufgefaltet, und es kommt zu größeren Verwerfungen.“