Fluggesellschaften

Dämpfe im Flugzeug: Condor zieht nach Testflug Konsequenzen

Bei den Zwischenfällen durch übel riechende Öl- und Chemiedämpfe in Flugzeugen spielt offenbar verbranntes Enteisungsmittel eine zentrale Rolle.

Nach Testflügen sagte ein Sprecher der Fluggesellschaft Condor der „Bild am Sonntag“ (BamS), für die gesamte Flotte gelte die Anweisung, „dass beim Enteisen der Flugzeuge mit Flüssigkeit die Hilfstriebwerke abgestellt werden müssen“.

Der Zeitung zufolge sollen glykolhaltige Dämpfe aus einem verbrannten Enteisungsmittel, die über die Klimaanlage ins Flugzeuginnere gelangten, für die zuletzt gemeldeten Zwischenfälle bei verschiedenen Airlines verantwortlich sein. Condor hatte laut „BamS“ in den vergangenen Wochen mehrere Testflüge mit eigenen Maschinen ohne Passagiere vorgenommen. Aus diesen Testflügen zog Condor demnach nun mit der Anweisung an die Flotte die Konsequenzen. Für kommenden Dienstag ist der nächste Testflug geplant.

Zwar seien bislang noch keine konkreten Ursachen für die Geruchsentwicklung auf dem Flug von Hamburg nach Las Palmas am 22.März nachgewiesen worden. Einer der möglichen Gründe sei aber der Eintritt von Enteisungsflüssigkeit über das Hilfstriebwerk. Beim Landeanflug einer Boeing 757 auf Las Palmas hatten Crew und Piloten einen unbekannten Geruch bemerkt. Der Kopilot setzte sich vorsorglich die Sauerstoffmaske im Cockpit auf, drei Flugbegleiter fühlten sich nicht wohl. Die Passagiere konnten die Maschine aber regulär verlassen. Crewmitglieder von Flugzeugen unterschiedlicher Airlines hatten zuletzt wiederholt über körperliche Beeinträchtigungen durch Gase geklagt.